Menschen stehen in Aschkelon vor einem Wohnhaus, das von einer Rakete aus Gaza getroffen wurde. | Bildquelle: AP

Raketenbeschuss und Luftangriffe Tote im Gazastreifen und in Israel

Stand: 05.05.2019 12:52 Uhr

Die Gewalt im Nahen Osten eskaliert weiter: Im Gazastreifen wurden sechs Menschen, im israelischen Aschkelon ein Mann getötet. Auch in der Nacht heulten die Alarmsirenen.

Militante Palästinenser sollen innerhalb von 24 Stunden mehr als 250 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert haben. Das teilte die israelische Armee mit. Etliche Geschosse seien in der Luft abgefangen worden. Zehntausende Menschen mussten in Schutzräume flüchten, in den betroffenen Regionen heulten immer wieder die Alarmsirenen.

In der Küstenstadt Aschkelon wurde ein Mann getötet, als eine Rakete ein Wohnhaus traf. Mehrere Menschen wurden bei weiteren Angriffen verletzt. Straßen nahe der Grenze wurden von der Armee für den zivilen Verkehr gesperrt.

Sechs Tote im Gazastreifen

Im Gazastreifen wurden nach übereinstimmenden Medienangaben sechs Menschen getötet. Mindestens zwei der Toten sollen Militante gewesen sein. Auch eine schwangere Frau und ihr 14 Monate altes Baby seien gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit.

Die israelische Armee wies die Verantwortung für deren Tod zurück. Vielmehr seien fehlgeleitete Schüsse der radikalislamischen Hamas für die beiden Todesopfer verantwortlich, schrieb der Armeesprecher Ronen Manelis auf Twitter. Ein anderer Armeesprecher sagte, aufgrund von Geheimdiensterkenntnissen sei die Armee "sicher", dass das Kleinkind und seine Mutter nicht durch einen israelischen Angriff getötet worden seien. Die Armee betonte zudem, sie greife ausschließlich militärische Ziele an.

Nach israelischen Angaben wurden am Samstag rund 120 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Dabei sollen unter anderem ein Hauptquartier der im Gazastreifen regierenden radikalislamischen Hamas sowie mehrere Raketenwerkstätten und Waffenlager gewesen sein. Bei einem Luftangriff wurden am Abend zwei Gebäude in Gaza-Stadt zerstört - in einem der Hochhäuser war das Büro der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu untergebracht.

Raketen des Abwehrsystems "Eiserne Kuppel" steigen über dem israelischen Aschkelon auf. | Bildquelle: REUTERS
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Raketen des Abwehrsystems "Eiserne Kuppel" steigen über Aschkelon auf - das System wird zum Schutz größerer Siedlungen eingesetzt.

Protest der Türkei

Die Türkei rief die internationale Gemeinschaft wegen des Vorgehen Israels im Gazastreifen zum Handeln auf. "Wir verurteilen nachdrücklich die nicht differenzierenden Angriffe Israels im Gazastreifen, die dazu geführt haben, dass viele unschuldige Menschen ihr Leben verloren oder sich verletzt haben", teilte das Außenministerium in Ankara mit. "Wir fordern die internationale Gemeinschaft dringend auf, Maßnahmen zu ergreifen."

Dagegen stellte sich die US-Regierung hinter Israel. "Wir stehen auf der Seite Israels und unterstützen sein Recht auf Selbstverteidigung gegen diese abscheulichen Attacken", erklärte eine Sprecherin des US-Außenministeriums. Sie verurteilte "die anhaltenden Raketenangriffe der Hamas und des palästinensischen Islamischen Dschihad aus Gaza auf unschuldige Zivilisten und ihre Gemeinden in ganz Israel".

Verhandlungen in Ägypten

Militante Palästinenserorganisationen rechtfertigten die Raketenangriffe mit dem Tod von Palästinensern bei Protesten der vergangenen Tage. Ein Hamas-Sprecher sagte, die Vereinbarungen für eine Waffenruhe seien "kein Hindernis" für Antworten auf Aggression: "Das Blut unseres Volkes ist eine Rote Linie."

Zurzeit halten sich mehrere hochrangige Vertreter der Hamas und des "Islamischen Dschihad" zu Verhandlungen in Ägypten auf. Die ägyptischen Unterhändler wollen vermitteln, um eine weitere Eskalation des Konflikt und den kompletten Zusammenbruch der Waffenruhe zu verhindern.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Mai 2019 um 01:10 Uhr und der Deutschlandfunk am 05. Mai 2019 um 12 Uhr.

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