Angriff im Gazastreifen | Bildquelle: AFP

Israel Tote nach Luftangriffen

Stand: 12.11.2018 20:49 Uhr

In Israel eskaliert die Gewalt erneut: Die israelische Armee reagiert auf Beschuss aus dem Gazastreifen mit Luftangriffen. Mehrere militante Palästinenser sterben - auch der Fernsehsender der Hamas wird beschossen.

Nach dem tödlichen Einsatz einer israelischen Spezialeinheit im Gazastreifen ist der Konflikt mit der dort herrschenden Hamas-Organisation gefährlich eskaliert.

Militante Palästinenser hatten zuvor innerhalb von drei Stunden mehr als 200 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert, wie die israelische Armee mitteilte. Eine Panzerabwehrgranate habe einen Bus nordöstlich des Gazastreifens getroffen, in dem mindestens ein Soldat schwer verletzt worden sei. Israelische Kampfjets hätten daraufhin mehr als 70 militärische Ziele im Gazastreifen beschossen. Unter anderem wurde das Gebäude des TV-Senders der Hamas beschossen. Anschließend war er nicht mehr zu empfangen. Augenzeugen berichteten, das gesamte Gebäude von Al-Aksa sei zerstört worden.

Tote und Verletzte

Bei den Luftangriffen wurden nach palästinensischen Angaben mindestens drei Menschen getötet. Neun weitere Palästinenser seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Die militante Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) gab ab, dass zwei der Toten Mitglieder der Volksfront seien. Ein dritter Palästinenser wurde nach Angaben von Sanitätern bei einem Luftangriff nahe Rafah im Süden des Gazastreifens getötet.

Rauch hängt über Gaza nach Luftangriffen auf die Stadt. | Bildquelle: AFP
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Allein bei den jüngsten Angriffen wurden mindestens drei menschen getötet.

Schüsse auf Bus

Bei dem Einsatz einer israelischen Spezialeinheit in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer waren am Sonntagabend bereits sieben militante Palästinenser und ein israelischer Offizier getötet worden. Nach Angaben der israelischen Polizei schlugen auch in den Städten Sderot und Ofakim Geschosse ein. Der israelische Rettungsdienst sprach zunächst von sechs Verletzten.

Ausbrennender Bus nach einem Angriff am Gazastreifen | Bildquelle: AFP
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Ein Geschoss aus dem Gazastreifen traf nach Angaben des israelischen Militärs diesen israelischen Bus.

Militante Kämpfer getötet

Bei dem Vorfall am Vortag nahe Chan Junis wurden nach Angaben der im Gazastreifen herrschenden Hamas mehrere Kämpfer des militärischen Arms der Palästinenserorganisation getötet, unter ihnen auch ein örtlicher Kommandeur. Dieser war nach palästinensischen Angaben verantwortlich für das Graben von Tunneln, Raketenangriffe auf Israel sowie Angriffe auf israelische Soldaten. Zudem seien sieben weitere Menschen verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit.

Nach Darstellung der Hamas war die israelische Spezialeinheit mit einem zivilen Fahrzeug drei Kilometer weit in den südlichen Gazastreifen vorgedrungen. Ziel der Operation war demnach, den 37 Jahre alten Hamas-Kommandeur Nur Baraka zu entführen. Militante Palästinenser hätten allerdings die Spezialeinheit in ihrem Fahrzeug nahe Chan Junis entdeckt und die Identitäten der Israelis überprüft. Dabei hätten die Israelis Nur Baraka getötet und seien anschließend in Richtung Grenze davon gefahren.

Armee: "Kein Entführungsversuch"

Anschließend hätten Hamas-Kämpfer das Feuer eröffnet und die Spezialeinheit verfolgt. Israelische Kampfjets beschossen demnach die Gegend, um den Soldaten den Rückzug zu ermöglichen. Ein Sprecher der israelischen Armee betonte aber: "Dies war kein Tötungsversuch und kein Entführungsversuch." In einer Mitteilung hieß es lediglich, während eines Einsatzes im Gazastreifen sei es zu einem Schusswechsel gekommen. Das Militär sagte, entgegen Gerüchten seien bei dem Vorfall keine israelischen Soldaten entführt worden. Die israelische Zeitung "Haaretz" schrieb, die Armee habe bei der Operation möglicherweise Geheimdienstinformationen sammeln wollen - etwa über Angriffstunnel der Hamas nach Israel.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. November 2018 um 20:00 Uhr.

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