Dschawad Sarif spricht mit Journalisten in Brüssel | Bildquelle: dpa

Iran zu Trump-Drohung "Versuchen Sie es mal mit Respekt"

Stand: 20.05.2019 14:11 Uhr

Nach Trumps Drohung gegen den Iran haben Deutschland und die EU alle Beteiligten zur Zurückhaltung aufgerufen. Der iranische Außenminister kritisierte den US-Präsidenten scharf - und gab ihm einen Rat.

Das Auswärtige Amt hat angesichts zunehmender Spannungen im Iran erneut zur Deeskalation aufgerufen. Auf die Frage ob Außenminister Heiko Maas einen Tweet von US-Präsident Donald Trump verurteile, in dem dieser dem Iran mit Vernichtung droht, sagte ein Sprecher: "Alle Seiten sind aufgefordert, größtmögliche Zurückhaltung zu üben und die Situation nicht weiter anzuheizen."

Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini mahnte alle Beteiligten zur Zurückhaltung. "Die Region braucht keine weiteren Elemente der Destabilisierung", sagte eine Sprecherin Mogherinis in Brüssel. "Jede Provokation muss vermieden werden."

US-Präsident Trump droht dem Iran und warnt vor Eskalation
tagesschau 20:00 Uhr, 20.05.2019, Stefan Niemann, ARD Washington

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Trump droht Iran

Trump hatte den Iran am Sonntag auf Twitter mit deutlichen Worten vor einer Eskalation gewarnt: "Wenn der Iran kämpfen will, wird das das offizielle Ende des Iran sein. Droht nie wieder den Vereinigten Staaten."

Hintergrund der jüngsten verbalen Eskalation ist ein Raketenangriff auf die stark gesicherte Grüne Zone der irakischen Hauptstadt Bagdad. Eine Katjuscha-Rakete war am Sonntag in dem Gebiet niedergegangen, habe aber niemanden verletzt, teilten die irakischen Sicherheitskräfte mit. Was genau das Ziel der Rakete war und wer den Raketenangriff verübte, ist unklar.

Kritik und Spott aus Teheran

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif kritisierte den Tweet Trumps als "genozidale Sticheleien". Er verwies auf die lange persische Geschichte: Trump hoffe, zu erreichen, was Alexander dem Großen, Dschingis Khan und anderen Aggressoren nicht gelungen sei. "Iraner haben sich in Jahrtausenden Aggressoren entgegengestellt, die alle verschwunden sind." Er beendete seinen Tweet - in Anspielung auf Trumps Äußerungen - mit dem Hashtag #neverthreatenaniranian und gab dem US-Präsident darin noch einen "Tipp": "Versuchen Sie es mit Respekt - es funktioniert!"

Zuvor hatte Sarif versichert, er sehe keine wirkliche Kriegsgefahr. Er sei sich dessen sicher, "weil weder wir einen Krieg wollen noch irgendjemand die Illusion hat, dass sie dem Iran in der Region entgegentreten können".

Dschawad Sarif spricht mit Journalisten in Brüssel | Bildquelle: dpa
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Irans Außenminister Sarif sieht keine Kriegsgefahr für die Region - und gab Trump Benimm-Tipps.

Schiiten besorgt

Auch irakische Politiker und Geistliche riefen zur Mäßigung auf. Der einflussreiche Kleriker Muktada al-Sadr teilte mit, er sei dagegen, einen Krieg zwischen den USA und dem Iran zu entzünden und den Irak in diesen Konflikt hineinzuziehen. Die führenden Persönlichkeiten des Landes müssten den Irak aus einem "mörderischen Krieg" heraushalten. Der führende schiitische Politiker Hadi Al-Amiri erklärte, die nationale und religiöse Verantwortung verlange es, den Irak und die ganze Region vom "Geist des Krieges" entfernt zu halten. Der Irak hat eine schiitische Bevölkerungsmehrheit, genau wie der Iran.

Die Lage in der Golfregion ist wegen des Konflikts angespannt. Das US-Verteidigungsministerium hatte unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten entsandt, weil es Hinweise auf mögliche iranische Angriffe gegen US-Truppen gebe. Die USA und ihr enger Verbündeter Saudi-Arabien werfen dem Iran vor, Unruhe zu stiften und Terrorismus zu unterstützen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Mai 2019 um 07:00 Uhr.

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