Zwei Boote der iranischen Revolutionsgarde präsentieren sich während eines Jahrestages in der Nähe von Bandar Abbas. (Juli 2012) | Bildquelle: AFP

Vorwurf des Schmuggels Iran beschlagnahmt weiteren Tanker

Stand: 04.08.2019 23:57 Uhr

Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben ein weiteres Schiff festgesetzt. Der Tanker habe Kraftstoff geschmuggelt. Es ist nicht klar, ob der Vorgang mit der angespannten Sicherheitslage zusammenhängt.

Der Iran hat nach Angaben von Staatsmedien erneut einen "ausländischen Tanker" beschlagnahmt. Das Schiff sei in der Nähe der Hafenstadt Buschehr von Soldaten der iranischen Revolutionsgarden festgesetzt worden, weil es Kraftstoff für arabische Staaten geschmuggelt habe. An Bord hätten sich 700.000 Liter Kraftstoff befunden, die zuvor von anderen Schiffen übernommen worden waren. Die sieben Besatzungsmitglieder seien ebenfalls festgesetzt worden. Demnach fand die Aktion bereits am 31. Juli statt.

Nach offiziellen Angaben Teherans handelt es sich um den Tanker "Hita" aus dem Irak. Die amtliche Nachrichtenagentur Irna zitierte eine Erklärung der iranischen Revolutionsgarden. Deren Kommandeur Ramesan Sirahi hatte zuvor erklärt, es seien sieben Seeleute unterschiedlicher Nationalitäten festgenommen worden. Der Irak bestritt jegliche Verbindung zu dem Schiff. Mit Tankern so geringer Größe habe das Land nichts zu tun, so das Ölministerium.

Zu der Besatzung lagen keine neuen Angaben vor. Die Größe der Crew und die sehr geringe Fracht deuten aber auf ein kleines Schiff hin. Die iranische Nachrichtenagentur IRNA verbreitet via Twitter ein Foto, das das Schiff zeigen soll. Dieses zeigt keinen spezialisierten Tanker, sondern ein kleines Frachtschiff, das möglicherweise Tanks transportierte.

Lukrativer Benzinschmuggel?

Nach Angaben der iranischen Behörden ist Benzinschmuggel ein großes Problem. Nach Medienberichten werden täglich acht Millionen Liter subventionierter Treibstoff in Staaten transportiert, in denen deutlich höhere Preise erzielt werden können. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig bestätigen.

Mitte Juli hatte es bereits einen Vorfall gegeben, der gewisse Ähnlichkeiten aufweist. Die Revolutionsgarden setzten nach eigenen Angaben den Tanker "Riah" wegen Schmuggels fest und verhafteten die sieben Mann Besatzung. Bis heute ist unklar, wem der mit 68 Meter lange Tanker gehört. Die "Riah" fuhr unter der Flagge Panamas. Die als Eigner geführte Firma aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erklärte aber, das Schiff weiterverkauft zu haben. Der neue Eigner ist unbekannt.

Brisante Lage im Golf

Die Festsetzungen dieser kleinen Schiffe wären dann unabhängig von der angespannten politischen Großwetterlage zu sehen. Die Spannungen zwischen dem Iran, Großbritannien und den USA haben erheblich zugenommen. Am 20. Juli war in der Straße von Hormus der britische Tanker "Stena Impero" gekapert und in einen iranischen Hafen geleitet worden.

Derzeit bemühen sich die USA, einen internationalen Marineeinsatz zum Schutz der Handelsschifffahrt im Persischen Golf zu ermöglichen. Die iranische Regierung bezeichnete die dortige Präsenz ausländischen Militärs im inzwischen als "feindselige Botschaft".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. August 2019 um 12:00 Uhr.

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