Ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus (Archivbild). | Bildquelle: AP

Terror-Vorwurf gegen Iran Nahmen Saudis Revolutionsgarden gefangen?

Stand: 19.06.2017 21:00 Uhr

Saudi-Arabien spricht einem geplanten "Terrorakt": Eines von drei Booten, die sich mit hoher Geschwindigkeit Ölplattformen genähert hätten, sei festgesetzt worden - an Bord drei iranische Revolutionsgarden. Der Erzfeind Iran widerspricht.

Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben drei iranische Elitesoldaten festgenommen, die sich an Bord eines mit Sprengstoff beladenen Bootes befanden. Die drei Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden seien auf eine Ölquelle im Golf zugefahren, teilte die Regierung in Riad mit.

Die Festgenommenen würden derzeit verhört. Das saudi-arabische Ministerium für Information und Kultur erklärte, es sei ein "terroristischer Akt in saudi-arabischen Hoheitsgewässern geplant gewesen - in der Absicht, Menschen und Besitz schweren Schaden zuzufügen".

Ölfelder als mögliches Angriffsziel?

Zuvor hatte Saudi-Arabien bereits mitgeteilt, es habe auf einem im Mardschan-Feld im Golf aufgebrachten Boot Waffen beschlagnahmt. Insgesamt seien drei kleine Boote in saudi-arabische Hoheitsgewässer eingedrungen und hätten sich mit hoher Geschwindigkeit Ölplattformen genähert. Zwei Boote hätten sich wieder entfernen können.

Der Iran wies die Beschuldigungen aus Riad zurück. Die Identität der drei von der saudiarabischen Küstenwache Festgenommenen sei bekannt. Es seien Fischer aus der südiranischen Hafenstadt Buschehr, keine Soldaten.

Sprengung eines laut saudi-arabischer Marine unbemannten Angreiferbootes aus dem Jemen (Archivbild) | Bildquelle: AP
galerie

Ende April 2017 veröffentlichte die saudi-arabische Marine dieses Foto, das die Sprengung eines unbemannten, mit Sprengstoff beladenen Bootes aus dem Jemen zeigen soll. Es sollte die Vereitelung von Anschlagsplänen auf die saudi-arabische Öl-Produktion beweisen.

Zuvor hatte der Iran Saudi-Arabiens Küstenwache beschuldigt, am Samstag einen iranischen Fischer wegen Eindringens in saudiarabische Gewässer getötet zu haben. Teheran erklärte, zwei Fischerboote seien im Golf vom Kurs abgekommen.

Die Vorfälle verstärken die Spannungen zwischen den beiden Regionalmächten. Der überwiegend schiitische Iran und das überwiegend sunnitische Saudi-Arabien befinden sich in einer Kraftprobe um die Vorherrschaft im Persischen Golf. In ihrer Rivalität unterstützen beide einander bekämpfende Gruppen in den Kriegen in Syrien und Jemen.

2016 wurden die diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Die jüngsten Anschläge auf das Parlament in Teheran und das Grab von Revolutionsführer Ruhollah Chomeini verschärften die Spannungen. Zu ihnen bekannte sich die IS-Terrormiliz. Teheran wirft Riad und Washington vor, den IS zu unterstützen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Juni 2017 um 11:00 Uhr in einem Schwerpunkt.

Darstellung: