Irans Außenminister Sarif spricht auf der Münchner Sicherheitskonferenz (Archivbild). | Bildquelle: RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX

Spannungen um Atomdeal Iran steigert Uran-Anreicherung

Stand: 16.05.2019 17:01 Uhr

Der Konflikt um das Atomabkommen spitzt sich weiter zu: Der Iran hat mit Vorbereitungen zu einer gesteigerten Urananreichung begonnen. Saudi-Arabien macht Teheran für einen Angriff der Huthis verantwortlich.

Nach dem angekündigten Teilrückzug aus dem Atomabkommen hat der Iran begonnen, Uran anzureichern. Vorbereitungen sind nach Angaben der iranischen Atomenergiebehörde bereits angelaufen: "Der Prozess zur Erhöhung der Kapazität und des Produktionsrhythmus von angereichertem Uran und schwerem Wasser hat am Tag begonnen, als der Präsident dies angeordnet hat", erklärte ein Sprecher.

Präsident Hassan Rouhani hatte am 8. Mai bekanntgegeben, der Iran fühle sich ein Jahr nach dem Austritt der USA aus dem Atomabkommen nicht mehr an den Vertrag gebunden.

Laut der Vereinbarung darf der Iran maximal 130 Tonnen schweres Wasser und 300 Kilogramm um 3,67 Prozent angereichertes Uran besitzen, überschüssige Mengen müssen exportiert werden - damit soll verhindert werden, dass der Iran in der Lage ist, eine Atombombe zu bauen.

Die europäischen Unterzeichnerstaaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie Russland und China bemühen sich, das Abkommen ohne die USA fortzuführen, lehnen jedoch ein von Rouhani gestelltes Ultimatum für Neuverhandlungen ab.

Iran wirft USA vor, Spannungen zu schüren

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warf den USA vor, gezielt Spannungen in der Region zu schüren. Man habe das Recht, auf den US-Rückzug aus dem Vertrag und die wiedereingeführten Sanktionen gegen den Iran zu reagieren, sagte er.

"Wir glauben, dass die Eskalation durch die Vereinigten Staaten inakzeptabel und unangebracht ist. Wir haben maximale Zurückhaltung geübt". Eine Möglichkeit für Verhandlungen gebe es nicht, betonte Sarif gegenüber einer japanischen Nachrichtenagentur.

Zerstörungen in Sanaa nach Vergeltungsangriffen der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz | Bildquelle: REUTERS
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Zerstörungen in Sanaa nach Vergeltungsangriffen der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz.

Saudi-Arabien macht Iran für Angriff verantwortlich

Saudi-Arabien machte den Iran für einen Angriff der jemenitischen Huthi-Rebellen auf eine wichtige saudische Ölpipeline verantwortlich. "Die Huthis sind nur ein Instrument des iranischen Regimes, um seine expansionistischen Absichten in der Region in die Tat umzusetzen", twitterte der stellvertretende Verteidigungsminister Saudi-Arabiens, Chalid bin-Salman.

Als Reaktion flogen saudische Truppen eine Serie von Luftangriffen auf Ziele der Huthis in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa, bei denen nach Angaben des jemenitischen Gesundheitsministeriums vier Kinder und zwei Frauen getötet wurden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Mai 2019 um 23:35 Uhr.

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