Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat | Bildquelle: AFP

Urteil wegen IS-Mitgliedschaft Lebenslange Haft für Deutsche im Irak

Stand: 06.08.2018 13:33 Uhr

Eine 22-jährige Deutsche ist in Bagdad wegen Mitgliedschaft bei der Terrormiliz "Islamischer Staat" zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dabei soll es sich um die Tochter der bereits verurteilten Lamia K. handeln.

Ein irakisches Gericht hat eine 22-jährige deutsche Staatsbürgerin wegen Mitgliedschaft bei der Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Verurteilte, deren Namen das Gericht mit Nadia angab, ist offenbar die Tochter der Deutsch-Marokkanerin Lamia K., die im Irak wegen IS-Mitgliedschaft zunächst zum Tode verurteilt worden war.

Es handelte sich um das erste Todesurteil, das die irakische Justiz gegen eine europäische Frau verhängte. Das Urteil wurde im April in lebenslänglich umgewandelt. Dies bedeutet im Irak in der Regel 20 Jahre Haft.

Lamia K. und ihre Tochter sollen vor einem Jahr von irakischen Soldaten in der einstigen IS-Hochburg Mossul im Nordirak festgenommen worden sein.

Bereits Strafe wegen illegaler Einreise

Mit der 22-Jährigen zusammen erhielt ein 55-jähriger Franzose die gleiche Strafe, wie das Gericht in Bagdad bekannt gab. Auch ihm wurde vorgeworfen, sich dem IS angeschlossen zu haben. Gegen die Urteile kann Berufung eingelegt werden.

Die Deutsche war bereits zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, weil sie illegal in den Irak eingereist sei. In dem Land sollen sich eine Reihe von westlichen IS-Anhängern befinden, die aus dem syrischen Kampfgebiet in den Irak ausgewichen sind. Darunter befinden sich auch mehrere westliche Frauen von IS-Kämpfern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. August 2018 um 13:00 Uhr.

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