Ein irakischer Regierungsgegner hält eine blutverfärbte Flagge nach einer tödlichen Attacke. | Bildquelle: AP

Attacke im Irak Mit Schüssen und Messern gegen Kritiker

Stand: 07.12.2019 13:30 Uhr

Im Irak sind bei einem Angriff auf Regierungskritiker zahlreiche Menschen getötet oder verletzt worden. Unbekannte eröffneten nahe einem Protestcamp in Bagdad das Feuer und attackierten Personen mit Messern.

Unbekannte Schützen haben in der irakischen Hauptstadt Bagdad regierungskritische Demonstranten angegriffen. Augenzeugen berichteten, sie hätten aus vier Fahrzeugen heraus auf Protestler am zentralen Al-Chalani-Platz und der Sinak-Brücke geschossen, dem Zentrum der Protestbewegung. Panik sei ausgebrochen. Die Menschen seien unter schwerem Beschuss in Gassen rund um den Platz geflohen.

Mitarbeiter von Sicherheits- und medizinischen Diensten bezifferten die Zahl der Toten auf 25, die der Verletzten auf mehr als 130. Andere Quellen sprachen von mindestens 15 Opfern. Der Angriff begann bereits am Freitag, Schüsse fielen den Angaben nach bis in die frühen Samstagmorgenstunden.

Angriff auf regierungskritische Demonstranten im Irak
tagesschau 12:50 Uhr, 07.12.2019

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Inzwischen sind Soldaten und Sicherheitskräfte rund um den Al-Chalani-Platz im Einsatz, um die Demonstranten zu schützen. Nach Augenzeugenberichten verhielten sich die Protestler dort ruhig. Dutzende seien zudem zur Beerdigung eines der Todesopfer vom Freitag erschienen. Sie hätten "Vergeltung" für die Täter gefordert.

Stecken Anhänger irakischer Milizen hinter der Tat?

Die Demonstranten sehen Anhänger von irakischen Milizen verantwortlich, die vom Iran gefördert werden und bereits vorher Angriffe auf Protestierende in Bagdad und im Süden des Landes verübt haben sollen. Am Donnerstag war es zu einer Reihe mysteriöser Messerangriffe auf die Protestierenden gekommen, nachdem Unterstützer der Milizen ihre eigene Demonstration abhalten wollten, sich dann aber zurückzogen.

Im Irak protestieren die Menschen seit Anfang Oktober gegen Misswirtschaft und Korruption. Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi hatte daraufhin seinen Rücktritt eingereicht. Nach Zählung der vom Parlament gewählten Menschenrechtskommission wurden in den vergangenen zwei Monaten bei regierungskritischen Protesten mehr als 460 Menschen getötet und mehr als 20.000 verletzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Dezember 2019 um 12:55 Uhr.

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