Der bisherige Interpol-Chef Meng Hongwei (Archivbild von 2017). | Bildquelle: AFP

Verschwundener Meng Hongwei "Nur eine Spielfigur im Ausland"

Stand: 08.10.2018 13:38 Uhr

Der bisherige Interpol-Chef bleibt verschwunden. In China mehren sich Spekulationen, dass Meng Hongwei in interne Machtkämpfe der Kommunistischen Partei verwickelt gewesen sein könnte.

Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Chinas bekanntester Polizeichef wird der Korruption bezichtigt. Der bisherige Interpol-Präsident Meng Hongwei habe Bestechungsgelder angenommen und werde verdächtigt, gegen das Gesetz verstoßen zu haben. So heißt es in einer offiziellen Erklärung des Ministeriums für öffentliche Sicherheit in Peking.

Interpol-Chef in China verhaftet
tagesschau 17:00 Uhr, 08.10.2018, Michael Storfner, ARD Peking

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Weil er als Interpol-Chef einen international renommierten Posten bekleidet hat, ist das chinesische Vorgehen gegen Meng durchaus ungewöhnlich. Experten wie Zhang Lifan, kritischer Historiker und politischer Kommentator aus Peking, vermuten deshalb, dass mehr dahinter stecken könnte als nur Korruption.

"Diese Aktion ist zu drastisch und zu radikal", sagt er. "Nur wegen eines Korruptionsfalles so viel Aufsehen zu erregen, wäre nicht nötig gewesen. Eine solche Aktion gegen einen Interpol-Polizeichef, der noch im Amt ist - das nährt den Verdacht, dass es im Hintergrund einen Machtkampf gibt."

War Meng in einen Komplott verstrickt?

Danach könnte Meng Hongwei in Machtkämpfe innerhalb der Kommunistischen Partei verwickelt gewesen sein. Erst im Sommer gab es Gerüchte über parteiinterne, heftige Kritik am Kurs von Staats- und Parteichef Xi Jinping. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der bisherige Interpol-Präsident zum Kreis der Kritiker gehörte - und jetzt dafür bezahlen muss.

"Eigentlich ist er nur eine Spielfigur im Ausland. Was er von dort machen kann, ist relativ begrenzt", meint Zhang Lifan. "Wenn er aber in einen Komplott verstrickt ist oder war, muss aus Sicht der Parteiführung dringend abgerechnet werden."

Das Mobiltelefon von Meng Grace, der Ehefrau des vermissten Meng Hongwei, mit seiner letzten Nachricht: Einem Messer-Emoji. | Bildquelle: AFP
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Das Mobiltelefon von Meng Grace, der Ehefrau des vermissten Meng Hongwei, mit seiner letzten Nachricht: Einem Messer-Emoji.

Letztes Lebenszeichen: Ein Messer-Emoji 

Meng Hongwei galt knapp zwei Wochen lang als verschollen. Gestern hatten die chinesischen Behörden bekannt gegeben, dass sie gegen ihn ermitteln. Kurz darauf ging am Interpol-Sitz in Lyon ein Schreiben aus China ein, in dem Meng seinen Rücktritt erklärte.

Sein letztes Lebenszeichen kam per Handy an seine Frau: ein Emoji mit einem Messer. Ein Zeichen für Gefahr. Meng Grace hatte ihn am Donnerstag als vermisst gemeldet - und sich gestern in Lyon nochmal geäußert.

"Von jetzt an wechsele ich von Angst und Sorge zu Wahrheit, Gerechtigkeit und Verantwortung gegenüber der Geschichte", sagte sie. "Für meinen Ehemann, den ich liebe und für meine Kinder. Und für alle Frauen und Kinder, deren Männer künftig nicht einfach so verschwinden sollen. Es geht um Fairness und Gerechtigkeit."

Mengs Karriere begann bei einem Rivalen Xis

Meng Hongwei hatte im Polizeiministerium Karriere unter dem ehemaligen Sicherheitschef Zhou Yongkang gemacht. Der wurde gestürzt und 2015 wegen Korruption zu lebenslanger Haft verurteilt. Er galt als Gegner und Rivale von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. Sogar von Verschwörung war die Rede. Meng wurde stellvertretender Minister und stand seit 2016 zudem an der Spitze von Interpol.

Seit mehr als fünf Jahren läuft in China eine groß angelegte Kampagne gegen Korruption. Kritiker sehen in der Säuberungskampagne vor allem den Versuch von Präsident Xi, innerparteiliche Gegner auszuschalten und seine Macht weiter auszubauen.

Spekulationen um bisherigen Interpol-Präsidenten Meng
Axel Dorloff, ARD Peking
08.10.2018 13:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. Oktober 2018 um 13:42 Uhr.

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