Kinder stehen vor einem zerstörten Gebäude in Palu. | Bildquelle: ANTARA FOTO

Indonesien Mehr als 380 Tote bei Beben und Tsunami

Stand: 29.09.2018 10:24 Uhr

Bei den schweren Erdbeben und dem folgenden Tsunami sind auf der indonesischen Insel Sulawesi mindestens 384 Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte ein Behördensprecher mit. Bislang war von mindestens 48 Toten die Rede gewesen.

Bei zwei schweren Erdbeben und einem folgenden Tsunami sind auf der indonesischen Insel Sulawesi 384 Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde des Landes mit. Mindestens 29 Menschen werden noch vermisst. Zudem gibt es mehr als 500 Verletzte.

Die Insel war am Freitag von zwei Erdbeben erschüttert worden. Das erste Beben hatte die Stärke 5,9, das zweite die Stärke 7,4. Anschließend brach eine meterhohe Tsunamiwelle über die Westküste von Sulawesi herein, eine der größten indonesischen Inseln. Die Behörden hatten zunächst eine Tsunamiwarnung ausgegeben, diese aber eine knappe halbe Stunde später wieder aufgehoben.

Befürchtet wird, dass die Opferzahlen noch deutlich in die Höhe gehen. Die Zahlen stammen bislang nur aus der Küstenstadt Palu.

Hintergrund: Die Gefahren durch einen Tsunami

Tsunami ist der Begriff für eine Flutwelle, die von Erdbeben, Erdrutschen oder Vulkanausbrüchen unter der Wasseroberfläche verursacht wird. Eine solche Welle kann sich mit mehreren hundert Kilometern pro Stunde ausbreiten und einen gesamten Ozean erfassen. Das Tückische: Auf hoher See sind die Flutwellen nicht größer als zwei oder drei Meter. Wenn eine Tsunami-Welle aber ins flache Uferwasser läuft, legt sie zunächst den Meeresboden auf großer Strecke trocken. Wenig später folgt eine riesige Flutwelle, die mehr als 30 Meter hoch werden kann.

Tsunami kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie "Hochwasser" oder "große Welle im Hafen". Der bislang folgenschwerste Tsunami der neueren Geschichte ereignete sich im Dezember 2004 im Indischen Ozean - nach einem der stärksten je gemessenen Beben. In mehreren asiatischen Ländern starben damals mehr als 231.000 Menschen. Ebenfalls gravierende Folgen hatte der Tsunami im März 2011 an der japanischen Küste: Etwa 19.300 Menschen starben, die Flutwelle löste zudem die Reaktorkatastrophe von Fukushima aus.

Tsunami trifft auf Indonesien (unkommentiertes Video)
29.09.2018, Twitter

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Zahlreiche Gemeinden betroffen

Betroffen sind aber auch zahlreiche andere Gemeinden entlang von Sulawesis Westküste. Auch Kommunikations- und Verkehrsverbindungen sind beschädigt. Deshalb wird es möglicherweise noch Tage dauern, bis das genaue Ausmaß der Katastrophe klar wird. In Palu wurden auch eine Shopping Mall und eine Moschee schwer beschädigt. Zudem stürzte eine 250 Meter lange Brücke ein. Der Flughafen der 350.000-Einwohner-Stadt ist wegen Schäden auf der Landebahn gesperrt. Nur Hubschrauber dürfen landen.

Das Zentrum des zweiten Erdbebens lag in rund zehn Kilometern Tiefe etwa 80 Kilometer nördlich von Palu. Indonesien - mit mehr als 260 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Staaten - liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer geologisch sehr aktiven Zone. Dort bebt die Erde immer wieder.

Bei mehreren Erdstößen auf der bei Touristen beliebten Insel Lombok - der Nachbarinsel von Bali - kamen im Sommer mehr als 500 Menschen ums Leben. Auch Vulkanausbrüche sind in Indonesien keine Seltenheit.

Mindestens 384 Tote nach Tsunami
Holger Senzel, ARD Singapur
29.09.2018 10:27 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. September 2018 um 09:50 Uhr.

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