Menschen im indischen Kalkutta zünden Kerzen an im Gedenken an ein Vergewaltigungs- und Mordopfer. | Bildquelle: REUTERS

Gewalt gegen Frauen Vergewaltigungsopfer in Indien angezündet

Stand: 05.12.2019 15:53 Uhr

Erneut sorgt ein brutaler Angriff auf eine Frau in Indien für Entsetzen. Sie war vergewaltigt worden und wollte deshalb vor Gericht aussagen. Eine Gruppe Männer fing sie ab und steckte sie in Brand.

Ein dreiviertel Jahr nach einer Gruppenvergewaltigung im Norden Indiens ist das Opfer auf dem Weg zu einer Anhörung vor Gericht in Brand gesteckt und lebensgefährlich verletzt worden, wie die Polizei mitteilte. Die Zeitung "India Today" meldet, die junge Frau sei am Morgen unterwegs zum Bahnhof gewesen. Fünf Männer hätten sie auf ein Feld gezerrt, mit Benzin übergossen und angezündet. Alle Angreifer seien festgenommen worden.

Unter ihnen seien laut Aussage der Frau auch ihre mutmaßlichen Vergewaltiger gewesen, so ein Polizeisprecher. Einer der Verdächtigen sei vor einer Woche gegen Kaution aus dem Gefängnis freigelassen worden. Der andere sei vor dem Brandangriff auf der Flucht gewesen.

Gewalt gegen Frauen ist in Indien ein großes Problem

Brutale Vergewaltigungen und Mordanschläge auf aussagewillige Opfer sorgen in Indien immer wieder für Empörung. Seit Tagen sorgt der Fall einer Tierärztin für Proteste. Sie war von einer Gruppe Männer vergewaltigt und verbrannt worden.

Eine Verschärfung der Gesetze 2013 hatte nach Einschätzung von Experten nicht die erhoffte abschreckende Wirkung. Im Jahr zuvor hatte die grausame Vergewaltigung und der Mord an einer Studentin in einem Stadtbus in Neu-Delhi zu wochenlangen Protesten mit der Forderung nach besserem Schutz für Frauen geführt.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 30. November 2019 um 17:00 Uhr und am 02. Dezember 2019 Deutschlandfunk um 11:00 Uhr in den Nachrichten.

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