Indische Staatsangehörige stehen am internationalen Flughafen von Dubai zum Einchecken an. | Bildquelle: AFP

Rückholaktion der Regierung Mindestens 190.000 Inder sollen zurück

Stand: 07.05.2020 16:13 Uhr

Mit Flugzeugen, Kriegsschiffen und Militärtransportern plant Indien eine große Corona-Rückholaktion aus dem Ausland - die Rede ist von mindestens 190.000 Indern. Die Rückkehrer müssen sich eine Kontaktverfolgungs-App installieren.

Indien hat eine der größten Aktionen der Welt zur Rückholung im Ausland gestrandeter Bürger begonnen. Insgesamt sollen mindestens 190.000 Inder nach Hause geholt werden - und diese Zahl wird sich nach Angaben des Zivilluftfahrtministers Hardeep Puri vermutlich um ein Vielfaches erhöhen. Die ersten Flieger kämen aus Abu Dhabi und Dubai und sollten in der Nacht in Kerala eintreffen, sagte eine Sprecherin der staatlichen Fluggesellschaft Air India. 

Auch die Bundesrepublik Deutschland hatte eine große Rückholaktion gestartet: 240.000 deutsche Touristen, die wegen der Corona-Maßnahmen festsaßen, sind bereits aus allen Ecken der Welt nach Hause geflogen worden.

Eine indische Frau trägt ein schlafendes Kind bei sich, während sie auf dem internationalen Flughafen von Dubai wartet. | Bildquelle: AFP
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Warten auf dem Flughafen in Dubai auf den Flug nach Hause.

Rückholschwerpunkt zunächst die Golfstaaten

Ein Schwerpunkt der indischen Rückholaktion sollen zunächst die Golfstaaten sein, wo Millionen Inder als günstige Arbeitskräfte gearbeitet hatten. Etliche hätten wegen der Corona-Krise ihre Arbeit verloren und Visa seien abgelaufen. Innerhalb einer Woche sollten zunächst rund 14.800 Inder mit 64 Flugzeugen aus 12 Ländern zurückgeflogen werden, hieß es von Indiens Zivilluftfahrtministerium. Ebenfalls Priorität sollen unter anderem Studenten erhalten, deren Unterkünfte wegen Covid-19 geschlossen wurden, dazu medizinische Notfälle, Ältere sowie Schwangere.

Auch Militärtransporter und Kriegsschiffe im Einsatz

Für die Rückholaktion sollen neben Verkehrsflugzeugen auch Militärtransporter und Kriegsschiffe eingesetzt werden, hieß es vom der Regierung. Es dürften nur Leute zurück, die keine Coronavirus-Symptome zeigten. Rückkehrer müssen zudem zwei Wochen in einem Krankenhaus oder einer anderen staatlichen Institution in Quarantäne und werden anschließend auf Covid-19 getestet.

Für die Rückholaktion müssten die Betroffenen zwischen umgerechnet knapp 150 und rund 1220 Euro zahlen. Noch im März hatte Außenminister Subrahmanyam Jaishankar indische Staatsbürger im Ausland aufgefordert, erst zurück nach Indien zu kommen, wenn sich die Corona-Situation beruhigt hat.

Rückkehrer müssen Kontaktverfolgungs-App haben

Zur Sicherheit müssen alle eine Kontaktverfolgungs-App der Regierung herunterladen. Diese App hatten im 1,3-Milliarden-Einwohner-Land in den vergangenen Wochen mehr als 90 Millionen Menschen installiert. Kritiker befürchten, dass sie bald für alle obligatorisch wird - in einem Land ohne nationales Datenschutzgesetz..

Inzwischen gibt es nach offiziellen Angaben in Indien knapp 53.000 bestätigte Covid-19-Fälle, von denen mehr als 1700 an der Lungenkrankheit gestorben sind.

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