Imran Khan sitzt an einem Tisch. | Bildquelle: dpa

Kaschmir-Konflikt Pakistan will indischen Piloten freilassen

Stand: 28.02.2019 13:48 Uhr

Im Konflikt mit Indien kündigt Pakistans Regierungschef die Freilassung des indischen Piloten an. Khan spricht von einer "Geste des Friedens" - doch Indiens Premier Modi steht unter Druck.

Pakistan will den am Mittwoch gefangengenommenen indischen Piloten freilassen. Das kündigte der pakistanische Ministerpräsident, Imran Khan, in einer Rede im Parlament in Islamabad an. Die Freilassung nannte er eine "Geste des Friedens".

Die Spannungen zwischen den verfeindeten Atommächten Indien und Pakistan hatten sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Nachdem Indiens Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag zum ersten Mal seit 1971 einen Angriff auf pakistanischem Gebiet geflogen hatte, schoss Pakistan nach eigenen Angaben am folgenden Tag zwei indische Kampfflugzeuge ab und nahm dabei den Piloten Abhinandan Varthaman fest.

Das pakistanische Außenministerium teilte mit, der Pilot sei in Pakistan "in Sicherheit" und es gehe ihm gut. Videoaufnahmen, die offenbar kurz nach seiner Gefangennahme gemacht worden waren, wurden vielfach in den Online-Netzwerken geteilt. Darauf ist zu sehen, wie ein Pilot von einer Gruppe von Männern geschlagen und mitgeschleift wird, bis pakistanische Soldaten einschreiten.

Der Außenamtssprecher Mohammad Faisal sprach von einer "Panne" und verwies darauf, dass der Pilot zuerst von Zivilisten aufgegriffen worden sei. Inzwischen gehe es ihm aber wieder gut. Das pakistanische Militär verbreitete ein Video, das ihn beim Teetrinken zeigt. Er hat Schwellungen und Blutergüsse im Gesicht, wirkt ansonsten aber ruhig und gefasst. Er bedankt sich für die Rettung vor dem Mob und für den "fantastischen" Tee. Ob seine Aussagen erzwungen wurden, ist unklar. Das indische Fernsehen zeigte die Aufnahmen nicht.

Unruhe nach Spannungen zwischen Pakistan und Indien
tagesschau24 14:00 Uhr, 28.02.2019, Peter Gerhardt, ARD Neu-Delhi

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Gespräch angeboten

Khan hatte bereits am Mittwoch in einer Fernsehansprache Indien Gespräche angeboten. Indiens Regierung um die hindu-nationalistische Partei BJP von Premierminister Narendra Modi steht allerdings unter Druck, Stärke zu zeigen. In wenigen Monaten steht eine Parlamentswahl an.

Modi rief am Donnerstag seine Landsleute in einer martialischen Rede zur Standhaftigkeit gegen Pakistan auf. Modi sprach von einem "Feind, der Indien destabilisieren" wolle. Jeder Inder sollte sich wie eine Wand, wie ein Felsen diesen Zielen entgegenstellen." Indien werde "geschlossen kämpfen und geschlossen siegen". Das ganze Land stehe "mit unseren Soldaten".

Erneute Eskalation an der Grenze

An der Grenzlinie in Kaschmir gab es zuvor wieder Schusswechsel. Nach Angaben der indischen Streitkräfte dauerte das Feuergefecht gut eine Stunde. Es sei aber weniger heftig als der schwere Artilleriebeschuss am Tag zuvor gewesen. Auch ein pakistanischer Regierungsvertreter sprach von nur kleinen Gefechten.

Viele Bewohner der Grenzdörfer entlang der sogenannten Line-of-Control haben ihre Häuser inzwischen verlassen. Das gesamte Gebiet auf der pakistanischen Seite sei in Alarmbereitschaft versetzt worden, hieß es.

Wegen der Schließung des Luftraums über Pakistan und dem Norden Indiens ist auch der internationale Flugverkehr von der Krise betroffen. Einige internationale Fluggesellschaften haben ihre Flüge von Süd- und Südostasien nach Europa eingestellt oder weiträumig umgeleitet.

Russland schaltet sich ein

Inzwischen hat sich Russland als Vermittler im Konflikt ins Spiel gebracht. Beide Länder könnten in seinem Land Gespräche führen, um den Konflikt zu lösen, sagte Außenminister Sergej Lawrow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. "Natürlich nur, wenn sie auch wollen." Das Außenministerium warnte vor einer weiteren Eskalation und rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf.

Mit Informationen von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Februar 2019 um 12:00 Uhr.

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