Karte: Saudi Arabien mit Nadschran und Jemen

Konflikt in der Golfregion Huthi-Angriff auf Saudi-Arabien

Stand: 21.05.2019 12:15 Uhr

Huthi-Rebellen haben nach eigenen Angaben ein Waffendepot auf einem Flughafen in Saudi-Arabien bombardiert. Über Verletzte wurde bislang nichts bekannt. Die Attacke erhöht die Spannungen in der Region.

Huthi-Rebellen haben eigenen Angaben zufolge mit einer Drohne einen Anschlag auf einen Flughafen in Saudi-Arabien verübt. Saudi-Arabien bestätigte die Attacke. Auf dem Flughafen befindet sich auch eine Militärbasis mit einem Waffendepot.

Der Drohnenangriff habe einem Waffenlager auf dem Flughafen gegolten, teilten die Huthis mit. Er habe sein Ziel "mit hoher Genauigkeit" getroffen. Dort sei ein Feuer ausgebrochen.

Die Drohne sei mit Sprengstoff beladen gewesen und auf eine "lebenswichtige Einrichtung" gelenkt worden, erklärte der Sprecher der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition, laut Nachrichtenkanal Al-Arabija. Angaben zu möglichen Schäden oder Opfern machte er nicht.

Große Teile des Bürgerkriegslandes Jemen - darunter auch die Hauptstadt Sanaa - sind unter der Kontrolle der Huthi. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition wiederum unterstützt Jemens international anerkannte Regierung. Das Bündnis fliegt im Jemen regelmäßig Angriffe gegen die Rebellen.

Angriff sollte der Stadt Nadschan gelten

Die staatliche saudische Nachrichtenagentur teilte unter Berufung auf den Sprecher der saudisch geführten Militärkoalition mit, die Huthis hätten "versucht", die südwestlich gelegene saudische Stadt Nadschran zu treffen.

Nadschran liegt 840 Kilometer südwestlich der Stadt Riad nahe der Grenze zu Jemen und wurde schon in der Vergangenheit von mit dem Iran alliierten Huthis angegriffen.

Bewaffnete Unterstützer der Huthi Rebellen in einem Fahrzeug im Jemen (Archivbild) | Bildquelle: AFP
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Bewaffnete Unterstützer der Huthis im Jemen. Die Huthis haben Verbindungen zum Iran und kämpfen gegen die international anerkannte Regierung im Jemen.

Koalition warnt vor Abschreckungsmaßnahmen

Der Sprecher der saudisch geführten Militärkoalition kündigte "starke" Abschreckungsmaßnahmen an. Er beschrieb die Huthis als "terroristische Milizen des Iran". Das sunnitische Saudi-Arabien und der schiitische Iran sind zutiefst verfeindet.

In der Vergangenheit regierte die Koalition auf solche Angriffe mit Luftangriffen auf den Jemen. Diese Angriffe stießen international auf Kritik, weil dabei auch Unbeteiligte getötet wurden.

Konflikt zwischen USA und Iran verschärft sich weiter

Wegen des Konflikts zwischen den mit Saudi-Arabien verbündeten USA und dem verfeindeten Iran ist die Lage in der Region angespannt. Die USA verhängten Sanktionen, die die Öleinahmen des Iran zum Versiegen bringen sollen.

Der Huthi-Angriff war nicht der erste auf saudische Ziele seit dem Säbelrasseln zwischen Teheran und Washington. Dabei hatten die USA ihre Militärpräsenz im persischen Golf massiv verstärkt. Washington warnte außerdem, das man Teheran auch für Angriffe seiner schiitischen Verbündeten etwa im Irak verantwortlich machen werde.

Teheran setzte als Reaktion auf den Rückzug der USA aus dem Atomabkommen den europäischen Unterzeichnern eine Frist bis zum 7. Juli, den harten US-Sanktionen gegen seine Ölindustrie und den Bankensektor die Wirkung zu nehmen. Danach werde es Teile des Abkommens, darunter die Limits zur Urananreicherung, nicht mehr einhalten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Mai 2019 um 23:00 Uhr in den Nachrichten.

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