Ein Polizist in Philadelphia hilft einem auf einer überfluteten Straße gestrandeten Fahrer. | AP

US-Ostküste Mindestens sieben Tote durch Hurrikan "Isaias"

Stand: 05.08.2020 17:35 Uhr

Wirbelsturm "Isaias" hat an der Ostküste der USA für Chaos gesorgt. Mindestens sieben Menschen starben, Millionen US-Bürger in mehreren Staaten sind ohne Strom - und der Hurrikan wütet laut Meteorologen tagelang weiter.

Nach seiner Ankunft als Hurrikan an der Ostküste der USA hat Sturm "Isaias" im Landesinneren mindestens sieben Menschen getötet und für Schäden und Chaos gesorgt.

Zwei Menschen seien ums Leben gekommen, als ein Tornado des Unwettersystems eine Wohnmobilanlage getroffen habe, teilte der Gouverneur von North Carolina, Roy Cooper, mit. Drei weitere Menschen starben Behördenangaben zufolge in Maryland, Connecticut und New York City, als umstürzende Bäume auf ihre Autos krachten. In Delaware wurde eine Frau von einem Ast erschlagen. In Pennsylvania wurde das Auto einer Frau von Wassermassen erfasst und weggeschwemmt, sie starb dabei.

"Dieser Sturm hat schweren Schaden angerichtet", sagte Behördenchef Patrick Foye. "Seit dem Supersturm 'Sandy' hat unser System keinen solchen Wind erlebt." "Sandy" hatte die USA 2012 heimgesucht. Damals waren 285 Menschen ums Leben gekommen.

Millionen Menschen ohne Strom

"Isaias" war am Montagabend (Ortszeit) in der Nähe von Ocean Isle Beach in North Carolina auf Land getroffen und seither weiter Richtung Norden gezogen. Dem Nationalen Hurrikanzentrum NHC zufolge brachte er es dabei auf Windgeschwindigkeiten von 136 Kilometern pro Stunde. "Es sieht nicht echt aus; es sieht aus wie im Fernsehen. Nichts ist da", beschrieb der Sheriff von Bertie County, John Holley, die Lage vor Reportern in North Carolina.

Später schwächte sich "Isaias" von einem Hurrikan zu einem Tropensturm ab, am Abend hatte der Wind noch Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometer pro Stunde.

Durch die Windböen türmten sich an Anlegestellen Dutzende Boote auf, viele Schiffsdecks auf dem Wasser wurden zerstört. Zudem gab es Berichte über Überschwemmungen und Brände, Dutzende Menschen wurden vertrieben. In der Gemeinde Ocean Isle Beach wurden viele Häuser überflutet, mindestens fünf seien in Brand geraten, sagte Bürgermeisterin Debbie Smith dem Fernsehsender WECT-TV.

Landläufig waren bis zu 3,7 Millionen Menschen zeitweise ohne Strom, weil umgestürzte Bäume elektrische Leitungen beschädigt hatten. Allein im Staat New York warnte die Verkehrsbehörde, mehr als 2000 Bäume seien auf das Zug- und Busnetz gefallen.

Sturmflut-Warnungen rund um Philadelphia

Für die Gegend um Philadelphia (Bundesstaat Pennsylvania) und entlang eines Teils der Bundesstraße I-95 galten Sturmflutwarnungen. Royce Potter, Besitzer eines Meeresfrüchte-Lieferdienstes, sagte, er habe den Sturm auf einem Boot nahe seinem Geschäft ausgesessen, weil ihm die Wettervorhersage den Eindruck vermittelt habe, dass seine Gegend verschont bleiben würde: "Die lagen da falsch".

Nach dem Sturm kehrten Anwohner den Schutt zusammen oder lasen ihn mit bloßen Händen auf. Meteorologen gingen nicht davon aus, dass der Sturm sich stark abschwächen würde. "Wir glauben noch immer, dass es sehr starke und böige Winde geben wird" in den kommenden ein bis zwei Tagen, sagte Hurrikan-Spezialist Robbie Berg der Nachrichtenagentur AP. "Isaias" bewegte sich laut NHC am Abend mit knapp 65 Kilometern pro Stunde in Richtung Nordnordost.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. August 2020 um 05:30 Uhr.