Männer fahren in einem Boot über überflutetes Gelände | Bildquelle: AFP

Tropensturm "Florence" Südosten der USA geflutet

Stand: 15.09.2018 10:01 Uhr

Überschwemmungen, Stromausfälle und Todesopfer: Tropensturm "Florence" hat den Südosten der USA mit Wassermassen geflutet. Der Sturm bleibt voraussichtlich mehrere Tage über der Region.

Tropensturm "Florence" hat den Südosten der USA mit voller Wucht erreicht. Mindestens vier Menschen kamen im Staat North Carolina ums Leben, wie Behörden mitteilten. Eine Mutter und ein Baby starben, als ein Baum auf ihr Haus fiel, wie es in einem Tweet der Polizei von Wilmington hieß.

Ein 77 Jahre alter Mann wurde laut den Behörden im Bezirk Lenoir County vom Wind umgeworfen und getötet, als er draußen nach seinen Jagdhunden sehen wollte. Nach Angaben des Gouverneursbüro erlitt ein anderer Mann einen tödlichen Stromschlag, als er Verlängerungskabel im Regen anschließen wollte.

Überschwemmungen durch Hurrikan "Florence" in Swansboro, North Carolina | Bildquelle: AP
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Überschwemmungen durch Hurrikan "Florence" in Swansboro, North Carolina

Eine Million Haushalte ohne Strom

Zahlreiche Gebäude und Straßen wurden zerstört, ganze Ortschaften überschwemmt und Bäume entwurzelt. Etwa eine Million Haushalte und Firmen waren ohne Strom. Rund zwei Millionen Menschen in North Carolina, South Carolina und Virgina wurden zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert.

Wegen nachlassender Windgeschwindigkeiten vom Hurrikan zum Tropensturm zurückgestuft, bewegt er sich nach Darstellung des Nationalen Hurrikanzentrums in Miami nur sehr langsam voran - an der Küste mit Sturmfluten von mehr als drei Metern.

"Wir wissen, dass es noch Tage weitergehen wird", sagte der Gouverneur von North Carolina, Roy Cooper. Per Erlass ordnete er an, dass etwa Betroffene leichter als bisher an Übergangswohnungen kommen.

Hurrikan "Florence" erreicht die Küste
tagesthemen 21:45 Uhr, 14.09.2018, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

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Gebäude evakuiert

Am Freitag traf "Florence" mit Windgeschwindigkeiten von etwa 155 Kilometern pro Stunde wenige Kilometer östlich von Wilmington in Wrightsville Beach auf Land. Sturm und heftiger Regen richteten Verwüstungen an: In Jacksonville wurde ein Hotel so schwer beschädigt, dass es geräumt werden musste. "Wir erhielten einen Notruf. Unsere Rettungskräfte evakuierten das Hotel. Es waren 62 Gäste. Es gab keine Verletzten. Allen geht es jetzt gut", sagte der Bürgermeister von Jacksonville, Sammy Philipps, im Lokalfernsehen. Die Geretteten seien erst einmal in einem provisorischen Schutzraum untergebracht worden.

Rettungskräfte im Dauereinsatz

Derzeit gibt es nur vorläufige Berichte über Schäden. Es sind Momentaufnahmen. Überschwemmungen sind offenbar das größte Problem. Bei New Bern, einer Stadt 45 Kilometer von der Küste entfernt, mussten Rettungskräfte in den vergangenen Stunden mehr als 200 Mal ausrücken. Wirbelsturm "Florence" hat dort das Meerwasser so stark in die Mündung des lokalen Flusses gedrückt, dass die Pegel steigen.

Einsatzkräfte retten eine Frau und ihren Hund aus einem überfluteten Haus in James City. | Bildquelle: AFP
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Einsatzkräfte retten eine Frau und ihren Hund aus einem überfluteten Haus in James City.

"Eine ganze Weile nicht zurückkehren"

Jetzt warten Bewohner darauf, aus den Wassermassen gerettet zu werden. Eine schnelle Rückkehr in die Häuser schließt der Chef der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA, Brock Long, derzeit aus: "Wenn sie die Küste verlassen mussten und in einem Schutzraum leben, dann werden sie eine ganze Weile nicht zurückkehren können. Wenn der Sturm durchgezogen ist, können wir Bewohner zwischenzeitlich in Notunterkünften unterbringen. Irgendwann können sie zurück. Aber für einige wird es nicht mehr möglich sein, wenn wir uns die Schäden anschauen."

Menschen suchen in einer Notunterkunft in Grantsboro, North Carolina, Schutz vor dem Hurrikan "Florence". | Bildquelle: REUTERS
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Menschen suchen Schutzunterkünfte auf wie hier in Grantsboro in North Carolina.

Vom Tropensturm zum Hurrikan

Tropische Wirbelstürme entstehen über dem Meer, wenn das Wasser mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Ihre Stärke wird nach der von den Meteorologen Herbert Saffir und Robert Simpson entwickelten Skala eingeteilt. Demnach ist in den USA bei einer maximalen Windgeschwindigkeit unter 63 Kilometern pro Stunde von einem Tropentief die Rede. Bei Tempo 63 bis 118 gilt es als Tropensturm, darüber wird Hurrikanstärke erreicht. Ein Hurrikan der Kategorie 1 reicht bis Tempo 153. Stufe 2 gilt bis 177, Stufe 3 bis 208 und Stufe 4 bis 251 Kilometer pro Stunde. Hurrikans der höchsten Kategorie 5 haben eine Windgeschwindigkeit von mehr als 252 Kilometern pro Stunde.

Hurrikans erzeugen zwar enorme Windgeschwindigkeiten, bewegen sich aber oft nur mit etwa 15 Kilometern in der Stunde vorwärts. Das ist verheerend, weil Niederschläge dann stunden- oder tagelang auf fast dasselbe Gebiet niederprasseln.

Oft nehmen Wirbelstürme bei ihrem Zug über das Meer an Stärke zu. Über Land verlieren sie schnell an Kraft, da der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen fehlt. Bei Windgeschwindigkeiten unter 120 Kilometern pro Stunde wird ein Hurrikan zu einem Tropensturm herabgestuft.

Hurrikan Florence erreicht das Festland in North Carolina
Torsten Teichmann, ARD Washington
14.09.2018 17:13 Uhr

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Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. September 2018 um 17:00 Uhr.

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