Der Bergbauer Armin Capaul steht auf seiner Farm in Perrefitte im Berner Jura vor seiner Kuhherde. | Bildquelle: dpa

Schweiz Keine Rettung für das Horn

Stand: 25.11.2018 18:13 Uhr

Die Schweizer haben die Hornkuh-Initiative abgelehnt. Damit sollten Bauern belohnt werden, die Tieren ihre Hörner lassen. Auch ein Vorstoß für nationale Alleingänge bei internationalen Verträgen wurde abgeschmettert.

Der Schweizer Bergbauer Armin Capaul hat seinen Kampf für mehr Kühe mit Hörnern in der Schweiz verloren. Seine Initiative, Bauern mit Geld für das Halten von Hornviechern zu belohnen, ist bei einer Volksabstimmung gescheitert. 54,7 Prozent der Teilnehmer lehnten laut vorläufigem Endergebnis den Vorstoß ab.

In der Schweiz tragen nur noch zehn Prozent der rund 1,5 Millionen Rinder Hörner. Bei manchen Rassen sind sie ganz weggezüchtet. Für Capaul (67), der mit Rauschebart, Bommelmütze und gestrickten Pullovern ganz dem Klischee des Bergbauern etwa aus den Heidi-Filmen entspricht, gehören die Hörner aber zum Rindvieh wie der Euter zur Kuh.

Die Tiere stellten damit ihre soziale Rangordnung klar und brauchten die Hörner zum Kommunizieren, argumentierte er. Zudem litten die Kälbchen große Schmerzen, wenn Bauern ihnen im Alter von wenigen Wochen mit einem Brennstab die Hornanlagen herausbrennen.

Kuh mit Hörnern | Bildquelle: AFP
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Wem geht es besser? Einer Kuh mit Hörnern...

Kuh ohne Hörner | Bildquelle: dpa
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... oder einer ohne? Die Meinungen dazu gehen auseinander.

Capaul wollte Subventionen durchsetzen

Da gehörnte Kühe mehr Platz im Stall brauchen und deshalb teurer sind, wollte Capaul Subventionen durchsetzen. Die Gegner, darunter der Bäuerinnenverband, machten geltend, dass ein ausgewachsenes Tier mit spitzen Hörnern eine tödliche Gefahr sein könnte. Es komme immer wieder zu Verletzungen, bei Mensch und Tier.

Auch die Regierung war dagegen: zu teuer, befand sie. Nach Schätzungen wären mindestens 15 Millionen Franken (gut 13 Millionen Euro) an Hörner-Hilfen nötig gewesen.

Weitere Abstimmungen

Laut vorläufigem Endergebnis votierten 64,7 Prozent der Stimmbürger für eine Gesetzesänderung, nach der private Ermittler im Auftrag der Sozialversicherungen bestimmte Leistungsbezieher verdeckt überwachen dürfen. Gegner hatten vergeblich vor dem "Schnüffelgesetz" gewarnt. Die Regierung und bürgerliche Parteien wollen so den Missbrauch von Sozialleistungen stoppen. Als besonders anfällig für Betrug erweisen sich die Unfall- und die Invalidenversicherung.

Schweizer stimmen gegen sogenannte Selbstbestimmungsinitiative
tagesschau 17:15 Uhr, 25.11.2018, Wolfgang Wanner, ARD Genf

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Ein Vorstoß zur Beschränkung internationalen Rechts wurde abgeschmettert. Die Selbstbestimmungsinitiative der rechten Partei SVP, die Schweizer Recht über völkerrechtliche Vereinbarungen stellen wollte, ist nach dem vorläufigem Endergebnis abgelehnt worden. 66,2 Prozent der Abstimmenden waren dagegen.

"Ganze Kühe haben Hörner" - Schweizer stimmen über Würde von Nutztieren ab
Dietrich Karl Mäurer, ARD Zürich
24.11.2018 22:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. November 2018 um 12:20 Uhr.

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