Hongkong | Bildquelle: dpa

Proteste in Hongkong Hunderttausende gegen Peking

Stand: 18.08.2019 17:19 Uhr

In Hongkong sind die Proteste gegen die von Chinas Staatsführung unterstützte Regierung weitergegangen. Trotz eines Verbots zogen Hunderttausende Demonstranten durch die Straßen im Zentrum.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Der Hongkonger Victoria-Park war heute voller Regenschirme. Sie dienten nicht nur als Symbol für die Forderung nach mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungsregion: Es regnete ganz einfach im Stömen. Trotzdem waren es wieder Hunderttausende, die an diesem Nachmittag gegen den pro-festlandchinesischen Kurs der Hongkonger Regierung protestierten. Nach der Kundgebung im Park zogen viele Teilnehmer weiter, durch die Straßen des Hongkonger Zentrums - trotz eines Verbots.

"Wir demonstrieren hier ja nicht, wir laufen einfach ein bisschen herum", sagt ein 49-jähriger Teilnehmer des Protestmarsches namens Jason ironisch. "Ich laufe einfach nur zurück zu meinem Auto."

Forderungen nach demokratischen Wahlen

Viele Teilnehmer betonten den gewaltlosen Charakter der Demonstration. Außerdem wiederholten sie ihre Forderungen. Dazu gehören eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt der vergangenen Wochen und demokratische Wahlen in Hongkong. Wir werden so lange auf die Straßen gehen, bis sich etwas tut, sagten viele Demonstranten.

"Wir protestieren gegen die Regierung und gegen die Polizei - die haben zu viel Macht", sagt eine 22-jährige Demonstrantin. "Wir wollen der Regierung und den Menschen in aller Welt zeigen, dass wir hier gegen die chinesische Staatsführung und gegen die Polizei kämpfen."

Neue Massenproteste in Hongkong
tagesschau 20:00 Uhr, 18.08.2019, Tamara Anthony, ARD Hongkong

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Proteste seit Anfang Juni

Seit Anfang Juni protestieren in Hongkong Woche für Woche Zehn- bis Hunderttausende Menschen gegen den Kurs der Regierung. Nach einer Umfrage der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" haben rund 80 Prozent einen hohen Bildungsabschluss, zwei Drittel zählen sich zur Mittelschicht. Das Verhältnis Männer und Frauen ist unter den Protestierenden fast gleich. Die meisten Demonstranten sind zwischen 20 und 29 Jahren alt.

Seit einigen Tagen gehen auch in anderen Ländern Menschen auf die Straße, um die Hongkonger Proteste zu unterstützen. Am Samstag gab es eine Kundgebung in Berlin. Besonders groß waren die Demonstrationen in Kanada und Australien, dort leben viele Menschen mit familiären Bindungen nach China. In Vancouver und in Melbourne kam es bei den Demos zu Rangeleien, als Unterstützer der Hongkonger Proteste mit Demonstranten aneinandergerieten, die die kommunistische Staats- und Parteiführung in Peking unterstützen.

Hongkong: Großdemo gegen Regierung im Victoria-Park
Steffen Wurzel, SWR Shanghai
18.08.2019 12:46 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. August 2019 um 12:00 Uhr.

Darstellung: