Hongkong | Bildquelle: dpa

Proteste gegen Regierung Zehntausende bei neuer Demo in Hongkong

Stand: 18.08.2019 10:59 Uhr

Zehntausende protestieren wieder in Hongkong für mehr Demokratie und gegen den Einfluss Chinas. Die Organisatorin rief die Demonstranten zum Verzicht auf Gewalt auf.

In der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong gibt es neue Proteste gegen den Einfluss aus Peking. An einer Kundgebung der Demokratiebewegung in der Innenstadt nehmen mehrere Zehntausend Menschen teil. Rund um den Veranstaltungsort, dem Victoria Park, waren die Straßen völlig überfüllt. Die Organisatorin Bonnie Leung von der Civil Human Rights Front sagte: "Wir hoffen, wir können der Welt zeigen, dass Hongkonger total friedlich sein können."

Die prodemokratische Abgeordnete Claudia Mo hatte zuvor auf ihrer Facebookseite einen "Marsch der Millionen" angekündigt. Die Hongkonger Polizei genehmigte die Massenkundgebung zwar, untersagte ihr aber, durch die Straßen zu ziehen.

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Vor allem Schüler, Studenten und junge Menschen unter 30 beteiligen sich an den Protesten.

Zu den Forderungen der Bewegung zählen demokratische Wahlen, ein Rücktritt der Regierungschefin Carrie Lam, eine unabhängige Untersuchung des Einsatzes von Gewalt durch Polizisten und die formelle Rücknahme eines Gesetzesentwurfs, der die Möglichkeit von Auslieferungen Verdächtiger an China vorsieht.

Am Samstag hatten sich bereits mehr als 50.000 Menschen an einem Protestmarsch für Freiheit und Demokratie beteiligt. Im Unterschied zu früheren Demonstrationen blieb es dieses Mal weitgehend friedlich. Die Polizei verzichtete darauf, Tränengas einzusetzen.

Die chinesische Regierung in Peking hatte die Demonstranten zuletzt immer wieder als "Randalierer" bezeichnet und unverhohlen mit einem Eingreifen gedroht. Bilder von Truppenbewegungen nahe Hongkong nährten internationale Befürchtungen, dass China die Proteste gewaltsam niederschlagen könnte.

Hongkong gehört seit dem Abzug der Briten 1997 zu China, hat als Sonderverwaltungszone aber eine verhältnismäßig große Autonomie. Eigentlich sind auch demokratische Grundrechte wie Presse-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit garantiert. Die Demonstranten werfen Lam vor, all dies auf Druck aus Peking immer weiter einzuschränken zu wollen.

Weitere Proteste nach ruhiger Nacht
Benjamin Eyssel, ARD Peking
18.08.2019 07:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. August 2019 um 11:00 Uhr.

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