Die Polizei von Hongkong feuert Tränengas auf Demonstranten. | Bildquelle: dpa

Demonstration in Hongkong Friedlicher Protest schlägt in Gewalt um

Stand: 28.07.2019 17:57 Uhr

Die Proteste in Hongkong starteten zunächst friedlich, aber dann gab es wieder heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Einsatzkräfte befürchten weitere Ausschreitungen.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai, zzt. Hongkong

In Hongkong haben am Nachmittag Ortszeit erneut Zehntausende Menschen zunächst friedlich gegen die Pekinger Regierung demonstriert. Menschen jeden Alters und aus verschiedensten Bevölkerungsschichten versammelten sich im Zentrum Hongkongs.

Ihr Protest richtete sich erneut gegen die von der chinesischen Staats- und Parteiführung eingesetzte Hongkonger Stadtregierung und gegen den wachsenden Einfluss der Führung in Peking auf die autonom regierte chinesische Sonderverwaltungsregion.

Diese erste Protestaktion im Zentrum Hongkongs war genehmigt, danach zogen zahlreiche Demonstranten weiter nach Westen in den Stadtteil Sheung Wan. Das hatte die Polizei im Vorfeld verboten.

Tausende Hongkonger protestieren erneut gegen die Regierung
tagesschau 20:00 Uhr, 28.07.2019, Tamara Anthony, ARD Hongkong

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Straßenschlacht mit Polizei

Gegen etwa 14 Uhr deutscher Zeit kippte dann die Stimmung: Einige Hundert Demonstranten lieferten sich eine heftige Straßenschlacht mit der Polizei. Diese setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein, außerdem Schlagstöcke und spezielle Blend-Scheinwerfer.

Passanten, Anwohner und Touristen verließen die Straßen im Zentrum Hongkongs, es waren auch fast keine Autos mehr zu sehen. Dafür strömten Tausende Demonstranten in Richtung der Ausschreitungen. Viele sagten: "Zur Not werde ich heute Nacht auch Gewalt anwenden."

Vor allem vor dem Verbindungsbüro der chinesischen Staats- und Parteiführung wurden starke Kräfte zusammengezogen, um das Gebäude vor Angriffen oder einer Stürmung zu schützen.

Viele junge Demonstranten

Spürbar war große Wut und großes Misstrauen gegen die Hongkonger Polizei und gegen die von der Führung in Peking eingesetzte Stadtregierung. Vor allem jüngere Männer und Frauen machten sich auf zu den Protesten, fast alle in Schwarz gekleidet und maskiert, damit sie auf Fotos oder Video-Aufnahmen nicht erkannt werden.

Viele Demonstranten trugen außerdem kleine Gasmasken und Bauarbeiterhelme, um sich vor dem Tränengas und den Gummigeschossen der Hongkonger Polizei zu schützen. Im gesamten Zentrum von Hongkong bauten Aktivisten Straßensperren auf. Viele schleppten zudem Verpflegung, Holzlatten und Werkzeug mit in Richtung Regierungsviertel.

Demonstranten stehen in Hongkong in Wolken von Tränengas. | Bildquelle: dpa
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In Hongkong ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Beamten setzten Tränengas und Pfefferspray ein.

Martialische Aufmachung

Die Situation in Hongkong wirkt sehr widersprüchlich: Einerseits traten die Demonstranten ausnahmslos freundlich auf und wirkten nicht aggressiv oder gefährlich. Andererseits erweckten das martialische Aussehen und ihre Ausrüstung den Eindruck, dass sie es ernst meinen, und sie es im Zweifelsfall auf eine lange und gewaltsame Nacht ankommen lassen.

Die Hongkonger Polizei stellt sich bereits auf einen langen Einsatz ein.

Gewalt nach friedlicher Riesendemo im Zentrum Hongkongs
Steffen Wurzel, (ARD, Shanghai)
28.07.2019 15:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Juli 2019 um 17:15 Uhr.

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