Polizei feuert Tränengas auf Demonstranten in Hongkong. | Bildquelle: REUTERS

Hongkong Protestieren trotz Verbots

Stand: 27.07.2019 17:16 Uhr

In Hongkong sind erneut Tausende Menschen auf die Straße gegangen - diesmal, um ein Zeichen gegen die Gewalt durch Schlägertrupps zu setzen. Demonstranten bewarfen die Polizisten, diese feuerten Tränengas.

Seit Wochen dauern die Proteste in Hongkong an und auch an diesem Samstag sind erneut Tausende auf die Straße gegangen. Diesmal richtete sich der Protest aber nicht hauptsächlich gegen die Regierung, sondern gegen die Gewalt, durch die am vergangenen Wochenende 45 Menschen teils schwer verletzt wurden.

Vor einer Woche: Einsatz von Schlägertrupps

Am vergangenen Samstag hatten an der U-Bahn-Station Yuen Long Schlägertrupps in weißen T-Shirts Menschen mit Stöcken und sogar Eisenstangen angegriffen, die auf dem Heimweg waren, nachdem sie an Protestaktionen teilgenommen hatten. Wer hinter den Angriffen steht, ist nicht geklärt. Regierungsgegner vermuten die sogenannten Triaden hinter den Attacken. Dabei handelt es sich um mutmaßliche Mitglieder der chinesischen Mafia, die angeblich teilweise von der Regierung Hongkongs unterstützt werden.

Erneute Proteste in Hongkong
tagesschau 16:40 Uhr, 27.07.2019

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Aufruf zum "Einkaufsbummel"

Um gegen diese Gewalt ein Zeichen zu setzen, versammelte sich ein Großteil der Demonstranten an der Station Yuen Long oder in den umliegenden Straßen. Viele trugen wieder schwarz und hatten Regenschirme mit dabei - Symbole der Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone.

Die Polizei hatte den Protest rund um Yuen Long offiziell verboten, da sie erneute Ausschreitungen befürchte. Die Polizei steht seit Längerem in der Kritik der Regierungsgegner, da Beamte in den vergangenen Wochen teils mit Tränengas und Schlagstöcken gegen Protestteilnehmer vorgegangen waren. Seit vergangenem Samstag sind die Vorwürfe noch lauter geworden: Die Polizei habe die Demonstrierenden nicht vor den Angriffen der Schlägertrupps geschützt.

Trotz Verbots war im Internet vermehrt zur Teilnahme an den Protesten aufgerufen worden, teils unter dem Deckmantel, einen "Einkausbummel" nahe Yuen Long zu unternehmen.

Demonstrierende haben sich an der Yuen Long Station in Hongkong versammelt. | Bildquelle: AFP
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Vor allem rund um die Yuen Long U-Bahnstation, an der am vergangenen Samstag Schlägertrupps Demonstrierende attackiert hatten, kamen zahlreiche Protestteilnehmer zusammen.

Am Rande der heutigen Demonstration warfen Teilnehmer Gegenstände auf die Polizisten, die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

Kundgebung nahe chinesischer Vertretung geplant

Bereits gestern hatte es Aktionen der Regierungsgegner gegeben: Protestierende hatten sich auf dem Hongkonger Flughafen versammelt. Auch für Sonntag ist eine Kundgebung nahe der chinesischen Vertretung angekündigt.

Anstoß für die Proteste war das sogenannte Auslieferungsgesetz, das es Hongkongs Führung erlaubt hätte, unter Verdacht stehende Personen an China auszuliefern. Zwar ruderte Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam kurz darauf zurück und legte den Entwurf auf Eis. Formell zurückgenommen wurde der Gesetzesentwurf jedoch nicht. Die Teilnehmer der Proteste fordern den Rücktritt der Regierung und umfassende Reformen.

Hongkong: Anti-Regierungs-Demo trotz Verbot
Steffen Wurzel, ARD Shanghai, zzt. Hongkong
27.07.2019 11:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Juli 2019 um 11:00 Uhr.

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