Ein Demonstrant bringt sich vor einem blaugefärbten Wasserstrahl in Sicherheit. | Bildquelle: dpa

Proteste in Hongkong Mit blauer Farbe gegen Demonstranten

Stand: 31.08.2019 19:26 Uhr

Bei den Protesten in Hongkong ist die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen. Zum Einsatz kam auch blaue Farbe - wohl um die Aktivisten zu markieren.

Erneut ist es bei Protesten in Hongkong zu zu schweren Zusammenstößen zwischen Aktivisten und Polizei gekommen. Sicherheitskräfte gingen in der Nähe des Parlamentssitzes mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Proteste vor.

Die Demonstranten besetzten die Verkehrsadern in der Nähe des Regierungsviertels und setzten Barrikaden in Brand. Am Victoria-Park gab ein Polizist einen Warnschuss aus seiner Dienstwaffe ab, berichteten lokale Medien. Über Verletzte wurde nichts bekannt.

Trotz Demonstrationsverbot: Hongkonger Demokratiebewegung protestiert erneut
tagesschau24 15:00 Uhr, 31.08.2019, Daniel Satra, ARD Peking, zzt. Hongkong

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Polizisten tarnen sich als Aktivisten

Die Polizei setzte auch Gummigeschosse ein. Ein Wasserwerfer besprühte Demonstranten mit blauer Farbe, möglicherweise, um diese zu markieren.

Für Empörung sorgten Berichte, Polizisten hätten sich als Aktivisten getarnt und unter die Demonstranten gemischt, um Leute festzunehmen.

Kwok Pak Chung, der Regionalkommandant der Polizei auf der Hongkong-Insel, hatte auf einer Pressekonferenz vor dem Wochenende angekündigt, man werde mit "den nötigen Maßnahmen" antworten, wenn Bürger das Gesetz herausforderten - "und wir werden keine Gewalt dulden".

Trotz des Verbots einer Großdemonstration kam es in der Sonderverwaltungszone erneut zu Protesten gegen die Regierung. | Bildquelle: dpa
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Trotz des Verbots einer Großdemonstration kam es in der Sonderverwaltungszone erneut zu Protesten gegen die Regierung.

Paramilitärische Kräfte an die Grenze zu Hongkong verlegt

Chinesische Staatsmedien berichteten, Chinas Militär habe neue paramilitärische Kräfte nach Shenzhen an der Grenze zu Hongkong verlegt.

In Videoaufnahmen, die von Bürgern aufgenommen worden sein sollen, waren Militärwagen zu sehen, die am Samstagmorgen in der Grenzstadt einrollten.

Details über Stärke und Zweck der Truppenverlegung wurden nicht genannt. Nach Angaben der "Gobal Times" soll es sich um "Spezialkräfte" und Personal der "Wujing" genannten paramilitärischen Elitetruppe handeln.

Erinnerung an "Regenschirmbewegung"

Mit dem Protestzug wollte die Demokratiebewegung eigentlich den fünften Jahrestag des Scheiterns der Wahlreform 2014 begehen, die die kommunistische Führung in Peking nicht erlauben wollte.

Die Demonstranten folgten zunächst einem Aufruf zu einem religiösen Marsch, der entlang prominenter sakraler Stätten in den historischen Distrikt Sheung Wan und weiter in Richtung Regierungsviertel führte. Viele "spazierten" nur, wie sie sagten, auf dem Fußweg und sahen davon ab, Straßen zu blockieren. Viele Demonstranten trugen Kreuze und sangen "Halleluja". In den Straßen war eine massive Polizeipräsenz zu sehen.

"Es ist ein Gedenktag für uns", sagte die Demonstrantin Beatrix Wong. "Deswegen haben wir uns versammelt, um gemeinsam für unser Recht zu kämpfen. Wir tun es ohne Erlaubnis, weil es ein Menschenrecht ist."

Das Ende der Wahlreform 2014 war der Anfang der heute als "Regenschirmbewegung" bekannten prodemokratischen Demonstrationen, die Teile der asiatischen Wirtschafts- und Finanzmetropole wochenlang lahmgelegt hatten.

Massenproteste in Hongkong
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Der Name "Regenschirmbewegung" stammt von den Regenschirmen, mit denen sich die Demonstranten 2014 gegen Sonne und Regen aber auch gegen das Pfefferspray der Polizei schützten.

Furcht vor steigendem Einfluss Chinas

Seit fast drei Monaten kommt es in Hongkong immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei endeten.

Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong und eine Beschneidung ihrer Freiheitsrechte. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten.

Mit Informationen von Markus Pfalzgraf.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. August 2019 um 19:00 Uhr.

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