Strandbesucher erfrischen sich am Bronte Beach in Australien | Bildquelle: dpa

Knapp 50 Grad Neue Hitzerekorde in Australien

Stand: 16.01.2019 09:18 Uhr

Down Under schwitzt weiter: Nach einer ersten extremen Hitzewelle kurz nach Weihnachten liegt nun wieder eine Gluthitze über dem Land. Die Temperaturen erreichten örtlich erneut knapp 50 Grad.

Zurzeit ist Sommer in Australien - Hitze ist da nichts besonderes. Doch was Down Under gerade erlebt, ist außergewöhnlich: Aktuell leidet vor allem der Südosten des Kontinents unter einer extremen Hitzewelle - es ist bereits die zweite in dieser Saison.

Die vergangenen vier Tage zählten zu den zehn heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen, teilte die Wetterbehörde mit. Die Temperaturen erreichten vielerorts knapp 50 Grad Celsius.

Der Bundesstaat Südaustralien habe am Dienstag mehrere Hitzerekorde gebrochen, sagte der Meteorologe Philip Perkins der Nachrichtenagentur AFP. Damit sei die Region an dem Tag "wohl eine der wärmsten weltweit, wenn nicht die wärmste" gewesen.

Wann wird die 50 Grad geknackt?

Die höchste Temperatur wurde im Ort Tarcoola mit 49 Grad Celsius gemessen - ein Rekord. Ähnlich heiß war es mit 48,9 Grad Celsius in der Stadt Port Augusta. Im Wüstenort Coober Pedy, wo einige Bewohner unter der Erde leben, um den unwirtlichen Bedingungen zu entgehen, erreichte das Thermometer 47,4 Grad Celsius. Die Behörden raten, sich nicht im Freien aufzuhalten, viel zu trinken und von Sport draußen abzusehen.

Angesichts der Hitzewelle und der damit einhergehenden Dürre hatten die Behörden in den vergangenen Tagen bereits gemeldet, dass im Osten des Landes bis zu eine Million Fische verendet sind. Angesichts der anhaltend hohen Temperaturen sei mit weiterem Fischsterben zu rechnen. Im Bundesstaat New South Wales wollen die Behörden in einigen Wasserläufern Lüftungsgeräte zum Einsatz bringen, um den für die Fische richtigen Sauerstoffgehalt zu gewährleisten.

Fledermaus-Attacken wegen Hitze

Wegen der andauernden Hitze gibt es vermehrt Berichte über Fledermäuse, die Menschen angreifen. Behörden warnten vor weiteren Beiß- und Kratzattacken der gestressten Tiere, wie der Sender ABC am Montag berichtete. Allein in den vergangenen zwei Wochen habe es nördlich der Metropole Sydney sieben Angriffe von Fledermäusen gegeben. Das sei mehr als je zuvor in einem so kurzen Zeitraum. Bei zwei Tieren sei das dem Tollwuterreger ähnliche australische Fledermaus-Lyssavirus nachgewiesen worden. Es kann für Menschen lebensbedrohlich sein.

Das ungewöhnlich heiße Wetter mit Temperaturen über 40 Grad Celsius sei eine Belastung für die Fledermäuse. Verwirrt fielen einige Tiere von Bäumen und verfingen sich etwa in Stromleitungen. Menschen seien beim Versuch zu helfen attackiert worden. Statt Fledermäuse in Not selbst zu retten, solle man lieber Experten herbeirufen, schrieb der Sender.

Schon kurz nach Weihnachten hatte es eine extreme Hitzewelle gegeben. Sie hatte Buschbrände verursacht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Januar 2019 um 16:53 Uhr.

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