Die antike Stadt Hasankeyf in der Türkei | Bildquelle: dpa

Türkischer Ort Hasankeyf Vom Wasser vertrieben

Stand: 04.11.2019 14:02 Uhr

Der Ilisu-Damm ist eines der Megaprojekte der türkischen Regierung: Durch ihn entsteht ein riesiger Stausee. In ihm versinkt die antike Kulturstadt Hasankeyf, Hunderte Familien müssen ihre Heimat verlassen.

Im türkischen Hasankeyf sind die Bagger in Betrieb. Sie zerstören die Häuser der Menschen, die künftig in Neu-Hasankeyf leben werden. Sie weichen dem Wasser des Tigris, das hier jeden Tag steigt.

Wo bisher die jahrhundertealte Stadt steht, wird künftig ein Stausee sein. Er wird die Fläche von München haben und entsteht dank des Ilisu-Damms. 135 Meter hoch ist das Bauwerk. Die Regierung geht davon aus, dass Hasankeyf im November oder Dezember geflutet ist.

Umstrittenes Staudamm-Projekt in der Türkei: Antiker Ort Hasankeyf wird geflutet
tagesschau 12:00 Uhr, 04.11.2019, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Bis dahin müssen alle Bewohner weg sein. Etwa 3000 Menschen - viele von ihnen Kurden - leben in der einer der ältesten, dauerhaft bewohnten Siedlungen der Menschheit. Vor 12.000 Jahren hätten ihre Vorfahren hier schon gelebt, behaupten sie. Der Staat hat ihnen zwar eine Entschädigung für das alte Haus bezahlt, aber das neue in dem höher gelegenen Neu-Hasankeyf ist doppelt so teuer.

Und: Es steht auf der anderen Seite des Flusses. Hunderte exakt gleiche Einfamilienhäuser aus dem gleichen grauen Stein warten dort auf die etwa 700 Familien. Vier Zimmer, Küche, Bad, Dachterrasse.

Hoffen auf den Tourismus

Doch die Motivation, dort hinzuziehen, hält sich in Grenzen. "Nach der Flutung soll es hier mit dem Tourismus weitergehen. Besucher sollen Boot fahren können und mit einer Seilbahn auf die Burg. Aber ob das wirklich so kommt, werden wir erst Jahre später erfahren, nachdem es geflutet wurde", berichtet Osman Yavuz. Er ist Fremdenführer in Hasankeyf und ist skeptisch, ob die Pläne der Regierung aufgehen. Die träumt von Tauchtouristen, die die dann untergegangene Stadt erforschen werden. In türkischen Medien ist die Rede von Jet-Skis.

Der Tigris bei Hasankeyf/Türkei | Bildquelle: REUTERS
galerie

Noch führt der Tigris bei Hasankeyf wenig Wasser. Nach und nach entsteht hier ein Stausee mit einer Fläche so groß wie München.

"Archäologiepark" statt historisches Dorf

Eine "einzigartige Kulturlandschaft" nennt Architekturprofessorin Zeynep Ahunbey das Gebiet. "Da wäre noch so viel zu erforschen und auszugraben gewesen."

Gerettet vor dem Wasser werden insgesamt acht Monumente - etwa die jahrhundertealte Moschee, ein Grabmal aus dem 15. Jahrhundert und ein Badehaus. Sie werden umgesiedelt in einen nahen "Archäologiepark".

Mit Informationen von Christian Buttkereit, ARD-Studio Istanbul

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. November 2019 um 12:00 Uhr.

Darstellung: