Israelische Flaggen am Straßenrand nahe Jericho im besetzten Westjordanland.  | Bildquelle: REUTERS

Einfuhrverbote aufgehoben Israel und Palästinenser beenden Handelsstreit

Stand: 20.02.2020 12:29 Uhr

Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde haben einen monatelangen Handelsstreit beigelegt. Die gegenseitigen Boykotte wurden aufgehoben. Der Streit bedrohte die Existenz von Betrieben auf beiden Seiten.

Von Benjamin Hammer, ARD-Studio Tel Aviv

Der israelische Verteidigungsminister Naftali Bennett hat offiziell den Export von palästinensischen Agrarprodukten wieder erlaubt. Zuvor hatten die Palästinenser das Einfuhrverbot für israelische Kälber aufgehoben.

Da die Palästinenser im besetzten Westjordanland keine eigene Außengrenze haben, konnte Israel die Ausfuhr von palästinensischen Produkten in die Welt blockieren. Es war der Höhepunkt in einem monatelangen Handelskonflikt.

Im Herbst hatte die palästinensische Autonomiebehörde die Einfuhr von Rindern aus Israel untersagt - ein Versuch, unabhängiger von Israels Wirtschaft zu werden. Aus Sicht der Autonomiebehörde ist Israel vor allem eine Besatzungsmacht und kein fairer Geschäftspartner.

Blockaden auf beiden Seiten

Vor wenigen Wochen dann reagierte Israel und blockierte palästinensische Exporte. Das beantworteten die Palästinenser mit weiteren Blockaden. Nun sollen die Maßnahmen von beiden Seiten zurückgenommen werden.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist zwar seit Jahrzehnten ungelöst. Die Wirtschaftsbeziehungen sind jedoch sehr eng. So gehen 70 Prozent der palästinensischen Exporte von Obst und Gemüse nach Israel. Der Handelsstreit hatte Landwirte auf beiden Seiten in ihrer Existenz bedroht.

Israelis und Palästinenser legen Handelsstreit bei
Benjamin Hammer, ARD Tel Aviv
20.02.2020 12:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Februar 2020 um 17:00 Uhr.

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