Symbolbild zur Cyberattacken | Bildquelle: dpa

Aktion gegen Cyberkriminalität Europol zerschlägt weltweites "Botnetz"

Stand: 25.02.2015 13:59 Uhr

Das Bundeskriminalamt hat gemeinsam mit anderen Polizeibehörden in Europa ein weltweites "Botnetz" zerschlagen. Zu dem Netzwerk gehörten nach Angaben des BKA 3,2 Millionen Computer, die mit Schadsoftware infiziert sind.

In einer Aktion gegen die Cyberkriminalität haben europäische Polizeibehörden und Softwarefirmen wie Microsoft ein weltweites Netz mit mehr als drei Millionen mit Viren verseuchten Computern zerschlagen. Die Hacker hatten ein sogenanntes Botnet eingerichtet, um Passwörter und Bankdaten zu erbeuten.

Die Aktion wurde von der europäischen Polizeibehörde Europol in Den Haag geleitet. Einsatzleiter Paul Gillen sagte, die Kontrollserver der Hacker in mehreren europäischen Staaten seien ausgeschaltet worden. "Die Täter haben die Kontrolle über die Infrastruktur verloren." Gillen sagte, die Hacker hätten seit 2012 Computer angegriffen. Zu möglichen Festnahmen äußerte er sich nicht; die Ermittlungen dauern an. An der Aktion beteiligten sich Ermittler aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und Großbritannien.

"Kooperation mit Wirtschaft wichtig"

Zu dem Netzwerk gehörten nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) rund 3,2 Millionen Computer. Sie seien über Links, E-Mails oder Webseiten mit der Schadsoftware "Ramnit" infiziert und von Kriminellen gesteuert worden. Der Teil des Netzwerkes, der von Deutschland aus betrieben wurde, sei deaktiviert worden. Das BKA unterstützte damit ein Ermittlungsverfahren von Großbritannien, sagte eine Sprecherin.

Holger Münch
galerie

BKA-Präsident Münch lobte die Kooperation.

BKA-Präsident Holger Münch lobte die internationale Kooperation. Wichtig sei aber auch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, erklärte er. Nur so könnten die Bürger vor Cyberkriminellen geschützt werden. Neben Microsoft halfen bei dem Einsatz auch das US-Unternehmen Symantec, das Anti-Viren-Software herstellt, und die portugiesische Firma AnubisNetworks, die die Bedrohungslage im Internet für Kunden auswertet.

Hohe Belohnung für Hinweise auf Hacker

Die USA setzten derweil drei Millionen Dollar Belohnung für Hinweise auf den russischen Hacker Jewgeni Bogatschow aus. Bogatschow soll sich in Russland aufhalten. Er wurde vergangenes Jahr in Pittsburgh wegen Bankbetrugs und Verschwörung angeklagt. Er soll Anführer einer Bande sein, die Schadsoftware auf Computer installierte, um Kontodaten, Passwörter und andere Daten abzugreifen.

Darstellung: