Flüchtlinge ziehen am mexikanischen Ort Ciudad Hidalgo zu Fuß in Richtung USA. | Bildquelle: dpa

Flüchtlinge in Mexiko Noch 2000 Kilometer

Stand: 23.10.2018 08:47 Uhr

Die Drohungen aus den USA erreichen zwar auch die Flüchtlinge in Mexiko, aber sie wirken nicht. Die Migranten sind entschlossen, für ein besseres Leben weiterzugehen.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Mit Sprechchören motivieren sich die Flüchtlinge: "Hier sind wir und wir bleiben. Wenn sie uns rauswerfen - wir gehen nicht zurück". Sie sind hungrig, erschöpft und durchnässt vom tropischen Regen, aber entschlossen, weiterzulaufen.

Flüchtlingsmarsch Richtung USA um der Armut und Gewalt zu entfliehen
tagesschau 12:00 Uhr, 23.10.2018, Simon Riesche, SWR

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Am zweiten Tag in Mexiko haben sie etwa 40 Kilometer geschafft.  Bis zur US-Grenze sind es noch weit mehr: mindestens 2000 Kilometer bis zur Golfküste von Texas oder 4000 über die Pazifikroute nach Kalifornien. Das Angebot der mexikanischen Behörden, in sogenannte Migrationszentren zu kommen, wollen die wenigsten annehmen. Zu groß ist die Angst vor Abschiebung in ihre Heimatländer Honduras, El Salvador oder Guatemala. 

Die meisten sind ohne gültige Papiere unterwegs. Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto, der das Amt im Dezember abgibt, warnt: Die Menschen befänden sich außerhalb der Legalität. Den Flüchtlingen müsse klar sein: "Wenn sie so weitermachen, werden sie ihr Ziel nur schwer erreichen, egal, ob sie in Mexiko bleiben wollen oder weiter in die USA gehen. Nur im Rahmen unserer Gesetze können sie das schaffen."

Ein mittelamerikanischer Migrant zieht mit seinem Kind durch Mexiko in Richtung USA. | Bildquelle: dpa
galerie

Tausende Kilometer zu Fuß: Auch dieser Mann zieht mit seinem Kind in Richtung USA.

Drohungen und Erfahrungen

Aber die Flüchtlinge hören nicht, was Peña Nieto auf einem Wirtschaftsforum sagt. Sie wissen, wie US-Präsident Donald Trump sie genannt hat: Kriminelle, eine Bedrohung für sein Land und Grund für einen nationalen Notstand. Eine Honduranerin, die mit Kindern und Enkeln unterwegs ist, erzählt, es sei zuhause unmöglich gewesen, Arbeit zu finden. Sie habe gehungert, habe keine Wohnung mehr gehabt. "Wir wollen ein besseres Leben", bekräftigt sie. "Wenn Mexikos Regierung uns hilft, bleiben wir auch hier. Und wenn nicht, gehen wir weiter in Richtung USA. Wir wollen arbeiten, aber niemandem Probleme machen."

Am Wegesrand reichen solidarische Mexikaner immer wieder Wasser und Essen. Trotzdem fehle es an allem, sagt Edgar Corzo von der staatlichen mexikanischen Menschenrechtskommission. Die humanitäre Hilfe sei völlig unzureichend, es fehle an Essen und Medikamenten, an Ärzten. "Es muss sichergestellt sein, dass die Menschen auf ihrem Weg wenigstens mit dem Nötigsten versorgt werden."

Das aber ist eine gigantische Aufgabe. Mehr als 7000 Flüchtlinge haben sich dem Treck nach UN-Angaben bereits angeschlossen. Trotz aller Drohungen von US-Präsident Trump ist die Hilfsbereitschaft groß. Die Mexikaner wissen, was es bedeutet, auszuwandern: Fast jede Familie hat einen Angehörigen in den USA, viele leben dort ohne gültige Papiere und haben mindestens einen lebensgefährlichen Grenzübertritt hinter sich. In der Karawane der Mittelamerikaner verunglückte gestern ein junger Mann tödlich, als er von einem Lkw fiel. Alter und Name sind unbekannt. Papiere hatte er nicht.

Noch 2000 Kilometer - Flüchtlinge in Mexiko ziehen weiter Richtung USA
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
23.10.2018 10:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Oktober 2018 um 09:00 Uhr.

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