Migranten aus Honduras überqueren einen Grenzzaun zwischen Mexiko und Guatemala | Bildquelle: REUTERS

Grenze Guatemala-Mexiko Hunderte Migranten überwinden Zaun

Stand: 19.10.2018 21:33 Uhr

Eine große Gruppe von Migranten aus Honduras hat die Grenze zwischen Guatemala und Mexiko durchbrochen. Die Menschen überwanden eine Grenzabsperrung und gelangten auf mexikanisches Territorium. Ihr Ziel sind die USA.

Auf ihrem Weg in die USA haben Hunderte Migranten aus Honduras an der guatemaltekischen Grenze zu Mexiko einen Zaun überwunden und die Grenze überquert. Die Flüchtlinge liefen daraufhin in das mexikanische Grenzgebiet in der Nähe der guatemaltekischen Stadt Tecún Umán.

Wie viele Menschen die Grenze insgesamt überquerten, war zunächst nicht klar. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sich eine große Menschenmenge durch ein Tor am Grenzposten zwischen den beiden lateinamerikanischen Ländern drückte.

Polizisten versuchten, die Menschen mit Schilden zurückzuhalten - was in Teilen gelang. Anderen Migranten gelang es, die Polizeikette kurz hinter dem Grenzzaun zu überwinden. Einige Migranten wurden im Gedränge leicht verletzt. Steine flogen in die Richtung von Polizisten. Auf einer Grenzbrücke zwischen Mexiko und Guatemala bildeten sich lange Menschenreihen.

Migranten aus Honduras überqueren einen Grenzzaun zwischen Mexiko und Guatemala | Bildquelle: dpa
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Die Menschen kletterten über Zäune oder drückten Metallabsperrungen ein.

Flucht vor Armut und Gewalt

Tausende Menschen aus Honduras hatten sich seit Beginn der Woche an der Grenze gesammelt. Sie flüchten vor Armut und Bandenkriminalität. Über Mexiko wollen sie bis in die USA gelangen. Ihr Plan war, in einer Formation die Grenze zu überschreiten, in der Männer an den Flanken und Frauen und Kinder in der Mitte gehen. Andere wollten den Grenzfluss mit Flößen überqueren.

Mexiko verstärkte den Grenzschutz an dem Ort und kündigte an, Migranten ohne die korrekten Papiere nicht weiterziehen zu lassen. Die Menschen aus Honduras benötigen ein Visum, um nach Mexiko einreisen zu können. Eine weitere Möglichkeit ist die Beantragung von Asyl, dieser Prozess kann aber bis zu drei Monate in Anspruch nehmen.

Migranten aus Honduras überqueren einen Grenzzaun zwischen Mexiko und Guatemala | Bildquelle: AFP
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Die Menschen fliehen vor Armut und Bandenkriminalität in Honduras.

Pompeo warnt vor Migrationskrise

Die Flucht aus Zentralamerika in die USA könnte sich nach den Worten von US-Außenminister Mike Pompeo rasch zu einer größeren Krise auswachsen. US-Präsident Donald Trump habe deutlich das derzeit "größte Problem" benannt, sagte Pompeo bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem mexikanischen Kollegen Luis Videgaray in Mexiko-Stadt. 

Eine Rekordzahl an Migranten könne rasch zu einer Krise werden und auch enorme Auswirkungen auf die derzeitige Opioid-Epidemie in den USA haben, warnte Pompeo. Videgaray antwortete, sein Land werde wie jeder andere Rechtsstaat die Gesetze anwenden - "aber stets auf humanitäre Weise".

Trump hatte am Donnerstag Mexiko aufgefordert, "diesen Ansturm" zu stoppen, andernfalls werde er das Militär einschalten und die Südgrenze schließen. In einer Serie wütender Kurzmitteilungen schrieb Trump von einem "Angriff auf unser Land" und unterstellte, unter den Migranten seien "viele Kriminelle". Schon vorher hatte er damit gedroht, den zentralamerikanischen Ländern alle Finanzhilfen zu streichen, wenn sie die Migranten ziehen ließen.

Hunderte Migranten aus Honduras haben Grenze zwischen Guatemala und Mexiko durchbrochen
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
19.10.2018 23:51 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. Oktober 2018 um 21:45 Uhr.

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