Türkische Sicherheitskräfte eskortieren die festgesetzten griechischen Soldaten zum Gericht in Edirne. | Bildquelle: AP

Haftentlassung abgelehnt Griechische Soldaten bleiben in Türkei

Stand: 05.03.2018 16:43 Uhr

Aus dem Gefangenenaustausch wird wohl nichts: Zwei griechische Soldaten, die in der Türkei festgehalten werden, müssen nach einem Gerichtsentscheid vorerst dort bleiben.

Von Christian Buttkereit, ARD-Studio Istanbul

Im Fall der zwei in der Türkei festgehaltenen griechischen Grenzsoldaten hat das zuständige Gericht einen Antrag auf Entlassung aus der Haft abgelehnt. Zugleich trat die türkische Regierung Spekulationen entgegen, sie strebe einen Gefangenenaustausch an. Das erste Strafgericht in der westtürkischen Stadt Edirne lehnte einen Antrag auf Haftverschonung der beiden Griechen ab.

Deren Anwälte hatten argumentiert, es gebe keinen Grund für die verhängte Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hingegen wirft den 25 und 29 Jahre alten Soldaten illegalen Grenzübertritt und das Eindringen in eine militärische Sperrzone vor. Nach Angaben der Regierung sei das entscheidend für die Untersuchungshaft gewesen.

Austausch kommt laut Bozdag nicht infrage

Der türkische Regierungssprecher Bekir Bozdag trat Vermutungen entgegen, die Türkei plane einen Gefangenenaustausch.

"Die Festnahme der zwei griechischen Grenzsoldaten in der Türkei ist nicht Bestandteil eines Austausches. Weder die griechische noch die türkische Regierung erwägen einen Austausch. Derartige Absichten liegen nicht vor."

Der griechische Außenminister Nikos Kotzias forderte die Türkei auf, sich an internationales Recht zu halten. Er warnte davor, ein alltägliches Verfahren zu einem großen juristischen Thema aufbauschen.

Die griechischen Soldaten waren am Donnerstag auf der türkischen Seite der Landgrenze festgenommen worden. Sie hatten angegeben, sie wären im Schnee Spuren gefolgt, die möglicherweise von Migranten stammten. Dabei hätten sie sich im Nebel verlaufen. Bei dem betreffenden Abschnitt der türkisch-griechischen Grenze handelt es sich um ein kurzes Teilstück, das nicht durch den Grenzfluss Evros getrennt wird. Auch einen Zaun gibt es dort nicht.

Türkische Oppositionelle flüchteten nach Griechenland

In den vergangenen Monaten waren neben Migranten wiederholt Oppositionelle aus der Türkei nach Griechenland geflüchtet. Das Verhältnis zwischen beiden Ländern ist besonders angespannt, nachdem acht türkische Soldaten nach dem gescheiterten Militärputsch im Sommer 2016 mit einem Militärhubschrauber nach Griechenland entkommen waren und dort Asyl beantragt hatten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. März 2018 um 05:26 Uhr.

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