Generalstreik und Demonstrationen in Griechenland | Bildquelle: AFP

Protest in Griechenland Neue Einschnitte, neue Streiks

Stand: 30.05.2018 16:16 Uhr

Kein Fährverkehr zu den Inseln, ausgefallen Flüge, geschlossene Krankenhäuser: Zum wiederholten Male sind die Griechen in den Ausstand getreten - sie wehren sich gegen den Sparkurs von Ministerpräsident Tsipras.

In Griechenland haben Zehntausende Menschen die Arbeit niedergelegt. Betroffen sind Fähren, Flüge sowie der öffentliche Nahverkehr. Zudem bleiben die öffentliche Verwaltung und Schulen geschlossen. Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandeln nur Notfälle.

Fähren in Piraeus | Bildquelle: AP
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Die Fähren zu den Inseln bleiben heute im Hafen von Piräus.

In Athen zogen mehr als 10.000 Menschen zum Parlament, um gegen neue Einschnitte zu protestieren, die nach Ende des europäischen Rettungsprogramms im August in Kraft treten sollen.

Die größte Gewerkschaft, der Allgemeine Bund Griechischer Arbeiter (GSEE) warf der linksgerichteten Regierung vor, die "stetige Verschlechterung des Lebensstandards" nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen. "Die Regierung setzt eine desaströse Politik für die Gesellschaft und Wirtschaft fort, setzt unhaltbare Maßnahmen auf dem Rücken von Lohnempfängern und Rentnern durch", kritisierte sie.

Generalstreik und Demonstrationen in Griechenland | Bildquelle: ALEXANDROS VLACHOS/EPA-EFE/REX/S
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Zehntausende zogen in Athen vors Parlament.

Weitgehend ruhige Proteste

Die Demonstrationen verliefen weitgehend ruhig. Nur in einem Fall setzte die Polizei Tränengas ein, um eine Gruppe von rund 200 Demonstranten daran zu hindern, die Büros des Verbandes der griechischen Industrien im Zentrum Athens zu erreichen. Das berichtete ein dpa-Reporter vor Ort. 

Generalstreik und Demonstrationen in Griechenland | Bildquelle: YANNIS KOLESIDIS/EPA-EFE/REX/Shu
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Die Polizei setzte Tränengas gegen einige der Demonstranten ein.

Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte im vergangenen Jahr den Forderungen der EU und des Internationalen Währungsfonds nachgegeben, auch nach Ende des Rettungsprogramms auf Sparkurs zu bleiben. Vom Sommer an will sich das Euroland wieder komplett über den Kapitalmarkt finanzieren.

Seit Beginn der Schuldenkrise 2010 hat Griechenland rund 260 Milliarden Euro an Krediten erhalten. Im Gegenzug musste das Mittelmeerland teils gravierenden Einschnitten bei Sozialleistungen und Renten sowie Steuererhöhungen zustimmen, was wiederholt zu Massenprotesten führte.

Streiks in Griechenland
Karin Senz, ARD Istanbul
30.05.2018 16:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. Mai 2018 um 16:00 Uhr.

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