Greta Thunberg im US-Kongress. | Bildquelle: REUTERS

Besuch in Washington Gretas Amerika-Mission

Stand: 19.09.2019 02:27 Uhr

Umweltbewusstsein, Vermeidung von Plastikmüll, erneuerbare Energien - in weiten Teilen der USA ist das kein Thema. Greta Thunberg ist nun gekommen, um das zu ändern.

Von Torben Ostermann, ARD-Studio Washington 

Es war ein interessanter Anblick, vergangenen Freitag, einige Meter vom Weißen Haus entfernt. Rund 250 Schülerinnen und Schüler hatten sich versammelt, um gemeinsam mit ihrem Idol Greta Thunberg gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Wo auch immer die junge Schwedin gerade auftaucht, die Presse ist schon da. Auch heute drängeln sich dutzende Kamerateams um Thunberg - alle wollen möglichst nah ran. Thunberg selbst scheint der Trubel etwas unangenehm zu sein - gleichzeitig weiß sie, wie wichtig starke Bilder für ihr Anliegen sind.

Greta ist zu einer Marke geworden. Und die zieht. Viele Demonstrierende sind vor allem ihretwegen hier.

"Es war sehr inspirierend sie zu sehen. Wo auch immer sie hingeht, spricht sie über ihr Anliegen. Ich bin ihr sehr dankbar. Schließlich geht es um unsere Zukunft."

Umweltbewusstsein in weiten Teilen der USA kein Thema

Die Fridays For Future Bewegung ist in den USA deutlich kleiner, als etwa in Deutschland oder Schweden. In den vergangenen Jahren sind amerikanische Jugendliche vor allem für strengeren Waffengesetze auf die Straße gegangen. Die Folgen des Klimawandels - für viele scheinen sie offenbar weit weg. Umweltbewusstsein, Vermeidung von Plastikmüll, erneuerbare Energien - in weiten Teilen des Landes kein Thema.

"Die USA sind einfach so groß. Es sind so viele Menschen. Und wir haben einfach eine lange Vergangenheit mit fossilen Brennstoffen. Wir sind süchtig nach ihnen."

Greta Thunberg will die US-Amerikaner aufrütteln. Pausenlos nimmt sie Termine wahr, trifft Senatoren und Gleichgesinnte. Vor dem Supreme Court, dem Obersten Gerichtshof der USA, solidarisierte sie sich mit sieben Jugendlichen, die gerade gegen die US-Regierung klagen, weil sie nicht genug tue, um den Klimawandel zu stoppen. Ein Termin wie gemacht für Thunberg. Die jungen Aktivisten bedankten sich bei der Schwedin für die zusätzliche Aufmerksamkeit.

"Ich möchte auch bestätigen, dass Greta Thunberg hier ist, um uns zu unterstützen. Vielen Dank Greta."

Keine Zeit für Treffen mit Trump 

Bereits vor ihrer Reise in die USA gab Thunberg an, auf ein Treffen mit Donald Trump keinen Wert zu legen. Diese Abneigung dürfte auf Gegenseitigkeit beruhen - der US-Präsident leugnet den menschengemachten Klimawandel. Anders sieht das sein Vorgänger Barack Obama. Thunberg besuchte den ehemaligen Präsidenten in seiner Stiftung. 

"Greta, wie geht es dir. Vielen Dank fürs Vorbeikommen und Hallo sagen."

"Fistbump" mit dem Präsidenten: Thunberg und der ehemalige US-Präsident Obama. | Bildquelle: OBAMA FOUNDATION via REUTERS
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"Fistbump" mit dem Präsidenten: Thunberg und der ehemalige US-Präsident Obama.

Auch von diesem Treffen gibt es Videos. Das Team um Greta Thunberg weiß, worauf es ankommt. Die sozialen Netzwerke befüttert es spielend. Als nächstes wird sie wieder zurück nach New York reisen, um dort am Jugendklimagipfel teilzunehmen. Thunbergs Mission in den USA ist noch nicht zu Ende.

Greta Thunberg in Washington
Torben Ostermann, ARD Washington
19.09.2019 06:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. September 2019 um 06:15 Uhr.

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