Ein Schiff verlegt die Rohre für Nordstream 2 in der Ostsee | Bildquelle: dpa

Nord Stream 2 US-Botschafter warnt deutsche Firmen

Stand: 13.01.2019 08:20 Uhr

Der Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 sorgt immer wieder für Streit, nun erhöhen die USA offenbar den Druck auf deutsche Unternehmen. Laut einem Medienbericht warnte US-Botschafter Grenell erneut vor Sanktionen.

Im Streit über die Ostseepipeline Nord Stream 2 setzt der US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, deutsche Unternehmen offenbar immer stärker unter Druck. Nachdem er bereits Ende Dezember mit Sanktionen gedroht hatte, schrieb er nun mehreren an dem Projekt beteiligten Konzernen nach Informationen der "Bild am Sonntag" einen Brief. "Wir betonen weiterhin, dass Firmen, die sich im russischen Energieexport-Sektor engagieren, sich an etwas beteiligen, das mit einem erheblichen Sanktionsrisiko verbunden ist", zitierte die Zeitung aus dem Schreiben. "Im Ergebnis untergraben Firmen, die den Bau beider Pipelines unterstützen, aktiv die Sicherheit der Ukraine und Europas."

Umstritten, aber bereits im Bau

Nord Stream 2 soll Gas direkt von Russland über die Ostsee nach Deutschland transportieren. Mehrere deutsche Unternehmen sind an der Pipeline beteiligt. Der Bau der 1200 Kilometer langen Trasse hat längst begonnen. Die USA und die Ukraine, aber auch einige östliche EU-Staaten wie Polen wollen es stoppen. Sie argumentieren mit der Bedrohung, die von Russland ausgehe. Für die Ukraine und andere osteuropäische Länder sind Transitgebühren für russisches Gas zudem eine wichtige Einkunftsquelle.

Kritik an US-Botschafter Richard Grenell | Bildquelle: REUTERS
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Seine Briefe will er nicht als Drohung, sondern als "klare Botschaft" verstanden wissen - US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell.

Laut der "Bild am Sonntag" schrieb Grenell weiter, die EU mache sich in der Energiesicherheit von Russland abhängig. Firmen müssten sich klar machen, welche Gefahr das Projekt für die europäische Energiesicherheit darstelle, und welche Reputationsverluste und Sanktionen damit verbunden wären.

"Klare Botschaft" - keine Drohung?

Ein Sprecher Grenells sagte der Zeitung: "Der Brief ist nicht als Drohung aufzufassen, sondern als klare Botschaft der US-Politik." Bei der Projektgesellschaft Nord Stream 2 ist der russische Konzern Gazprom formal einziger Anteilseigner. Die Gesellschaft hat Finanzierungsvereinbarungen unterzeichnet mit den deutschen Konzernen Wintershall und Uniper sowie der niederländisch-britischen Shell, Engie (einst GDF Suez) aus Frankreich und OMV aus Österreich.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Januar 2019 um 08:00 Uhr.

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