Kim Jong Un schaut aus einem Autofenster mit heruntergelassener Scheibe. | Bildquelle: WALLACE WOON/EPA-EFE/REX

Gipfel in Hanoi Was Nordkorea von den USA erwartet

Stand: 22.03.2019 12:28 Uhr

Morgen beginnt das zweite Gipfeltreffen zwischen Nordkoreas Machthaber Kim und US-Präsident Trump in Hanoi. Kim ist schon angekommen. Er verspricht sich einiges von den Verhandlungen.

Von Kathrin Erdmann, ARD-Studio Tokio

Im anthrazitfarbenen Anzug, mit Krawatte, sitzt Kim Jong Un auf der Vorderkante eines braunen Ledersessels. Breitbeinig, ein paar geheftete Zettel locker in der Hand, sagt er Anfang des Jahres, er sei immer wieder und jederzeit bereit, mit dem US-Präsidenten zu sprechen. Außerdem wolle er sich um Fortschritte bemühen, die die Internationale Gemeinschaft begrüße. Denn, so Kim am Schluss, Ziel sei ein Frieden auf der koreanischen Halbinsel.

Den könnte er zwar bekommen, aber was dann, fragt Mark Caprio, Historiker mit Schwerpunkt Korea an der Rikkyo Universität Japan: "Die beiden treffen sich in Vietnam und Trump sagt: 'Wir beenden den Koreakrieg und schließen einen Friedensvertrag.' Und Kim stimmt natürlich zu, denn das ist es, was er will, könnte das ein erster Schritt zur Abrüstung sein." Dann aber werde Trump in die USA heimkehren und versuchen, die Abmachung durch den Kongress zu bringen. Da werde es schließlich haken. Zwei Drittel der Abgeordneten müssten zustimmen und dafür gebe es derzeit keine Mehrheit. Zudem müssten auch China und Südkorea unterschreiben.

Vor dem zweiten Treffen zwischen Kim Jong Un und Donald Trump
tagesschau24 16:00 , 26.02.2019, Sandra Ratzow, ARD Singapur zzt. Hanoi

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Schritte Richtung Frieden?

Doch um etwas präsentieren zu können, hält David Satterwhite, Professor für Politische und Asienwissenschaften an der Tokioter Temple Universität, eine andere Variante für möglich. Er wolle sich von dem Gipfel überraschen lassen, so der Wissenschaftler. "Ich könnte mir vorstellen, dass sich beide Führer auf einen Friedensschluss verständigen und den auch unterzeichnen. Das wäre ein Schritt hin zu einem Friedensvertrag."

Damit wäre der Krieg nicht beendet, aber es wäre ein Signal an Nordkoreas Diktator und er würde damit wohl auch die eingeforderten Sicherheitsgarantien erhalten. "Ich denke, dem Vorsitzenden Kim geht es um eine Anerkennung in der Welt und um die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit den USA", gibt Satterwhite zu Bedenken.

Historiker Caprio erinnert daran, dass das Verhältnis beider Länder bisher eher von Misstrauen geprägt war. Vielleicht sei es Zeit, einen Schritt auf das kommunistische Land zuzugehen: "Wir werden nie erfahren, was die wirklichen Absichten Nordkoreas sind, wenn wir ihm nicht die Hand reichen." Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen - vorerst für ein oder anderthalb Jahre - würde Nordkorea die Möglichkeit geben, sich zu öffnen, meint Caprio. Die USA hätten das in der Vergangenheit nie probiert.

Sanktionen hinterfragen

Das bedeutet auch, die bisherige Sanktionspolitik zu überdenken. Kim Jong Un will Nordkorea wirtschaftlich entwickeln. Forscher Satterwhite hofft, dass Trump und die US-Regierung vom maximalen Druck abweichen und anerkennen, dass es ein Geben und Nehmen ist. Man solle Nordkorea bei den Sanktionen entgegenkommen, wie es Südkoreas Präsident Moon vorgeschlagen hat, dann habe Kim Jong Un die Gelegenheit, konkrete Schritte zu einer Denuklearisierung einzuleiten, so Satterwhite.

Schon jetzt habe der junge Machthaber bewiesen, dass er bereit sei, mehr zu geben als sein Vater und Großvater, sagt der Politikwissenschaftler: "Hierin besteht die historische Chance, weil er jung ist, im Ausland erzogen wurde und aus der Kim-Familie stammt. Seine Autorität in der Heimat wird täglich größer. Die Tatsache, dass er in Singapur mit dem mächtigsten Präsidenten der Welt auf einer Bühne stand, gibt ihm eine enorme Glaubwürdigkeit." Die dürfe jetzt weiter zunehmen - vielleicht auch auf internationaler Ebene.

Was Nordkorea vom Gipfel erwartet
Kathrin Erdmann, ARD Tokio
26.02.2019 08:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. Februar 2019 um 07:20 Uhr.

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