Ein Barkeeper präsentiert die Cocktails "Trump" und "Kim" | Bildquelle: REUTERS

Vorbereitung für Nordkorea-Treffen Singapur im Gipfelfieber

Stand: 05.06.2018 11:37 Uhr

Singapur bereitet sich auf das Treffen Trump und Kim vor - etwa mit "Friedenscocktails". Und der Frage: Kann man den Staatschefs den starken Singapurer Kaffee zumuten?

Von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Trinken für den Frieden - ein tolles Konzept. Mit den Cocktails "Trump" und "Kim" wird es möglich. "Die Grundlage ist der koreanische Branntwein Soju mit Gin, das passt gut zu den Beeren", erklärt ein Barkeeper und deutet auf den "Kim". "Außerdem zeigen im Getränk das Blau und Rot der Flaggen, wie sie sich vermischen, aufeinander zugehen und Frieden stiften."

Nach den Staatschefs sind die beiden Friedenscocktails benannt, die eine Singapurer Bar extra zum Gipfel kreiert hat. "Trump" besteht aus Bourbon, Blue Curacao, Ananassaft und Eiweiß - geschichtet in rot-weiß-blau.

Trinkspiele mit Soju und Bourbon

"Da es in Singapur passiert, dachten wir: Warum nicht mitmischen bei dem Hype und die Aufregung genießen? Denn alle Welt fokussiert sich auf diesen großen Tag", sagt der Barbesitzer und bietet noch eine Vorlage für den Gipfel: Die "Trump vs. Kim Challenge" - ein Turnier mit dem Spiel "Schere, Stein, Papier" mit zehn Schnapsgläsern koreanischen Reisbranntweins gegen zehn Schnapsgläser amerikanischen Bourbons.

Das Getränkethema scheint maßgeblich für die Singapurer Gipfelplanung zu sein. Wie ein Diplomat es formulierte: "Es ist nicht unser Treffen und nicht unsere Show. Wir sorgen sozusagen nur für Tee und Kaffee." Aber mögen die Gäste die Singapurer Kaffeemischung, stark und süß? Das ist nicht garantiert, darum wird international akzeptierter Kaffee geordert.

Singapur ist bekannt für Sicherheit und Überwachung

Von diesen kleinen Details zu einem entscheidenden, das womöglich auch zur Wahl des Gipfelstandorts beigetragen hat: Sicherheit. Deren Kosten trägt der Stadtstaat und für die ist er berühmt, wie Ja Ian Chong von der National University of Singapore erklärt: "Der Sicherheitsapparat ist sehr stark, die ganze Insel ist umfassend überwacht, jede Abweichung wird kontrolliert, die Medien ebenso. Das heißt, wenn ein Geschehen unglücklich oder ungut erscheint, lassen sich die Nachrichten darüber leicht unterdrücken."

Blick auf die Skyline Singapurs | Bildquelle: REUTERS
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Blick auf die Skyline Singapurs

Zum Beispiel die Ankunft der Gipfelgäste am Flughafen: Wenn Kims Flugzeug gegen die "Air Force One" zu  bescheiden wirken könnte, werden einfach keine Bildjournalisten zugelassen, die diesen schmählichen Unterschied dokumentieren und damit Kim schlechter dastehen lassen würden.

ICAN will Kims Hotel bezahlen

Das ist die Kunst der Singapurer Gipfelplanung, einen Gesichtsverlust zwischen den Vertretern eines bettelarmen und eines superreichen Landes zu vermeiden. Das gilt auch für die Unterkunft. Kim muss auch in ein Luxushotel, und jetzt hat sich ein Freiwilliger gefunden, der seine Hotelkosten übernimmt: Die internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) hat angeboten, das Preisgeld ihres Nobelpreises dafür zu verwenden - wenn es dem Frieden und dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt dient.

In einer Sache stehen die beiden auf jeden Fall gleich da: Der Cocktail "Kim" kostet genauso viel wie der Cocktail "Trump" 12,60 Singapur-Dollars (umgerechnet etwa acht Euro) - angelehnt an das historische Datum 12.6.

Singapur im Gipfelrausch
Lena Bodewein, ARD Singapur
05.06.2018 10:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. Juni 2018 um 10:38 Uhr.

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