"Gelbwesten" im Zentrum von Paris | Bildquelle: AFP

Frankreich Tausende "Gelbwesten" erneut auf den Straßen

Stand: 19.01.2019 19:09 Uhr

Es ist bereits das zehnte Wochenende in Folge, dass in Frankreich Menschen aus Protest gegen die Regierung auf die Straße gingen. Erneut versammelten sich Tausende "Gelbwesten" und es kam wieder zu Ausschreitungen.

Erneut sind in Frankreich zahlreiche Menschen zum Protest gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Es ist der zehnte Samstag in Folge, dass die "Gelbwesten" im ganzen Land protestieren.

Nach Angaben des Innenministeriums nahmen bis zum frühen Nachmittag 27.000 Personen landesweit an den Aktionen teil, in Paris 7000. Am vergangenen Samstag waren zum selben Zeitpunkt in ganz Frankreich 32.000 auf der Straße, 8000 davon in der Hauptstadt.

In Paris sammelten sich die Demonstranten auf dem Place des Invalides in der Nähe des Eiffelturms. Sie folgten unter anderem dem Aufruf von Eric Drouet, einem der Vertreter der "Gelbwesten", mit dem Ziel, in Paris eine Million Menschen auf die Straße zu bringen.

Krawalle in mehreren Städten

Nach zunächst friedlichem Verlauf kam es später zu Zusammenstößen mit der Polizei. Einige Vermummte warfen Gegenstände. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. In Paris wurden nach Polizeiangaben 20 Menschen festgenommen. Der Sender BFM berichtete von Krawallen in der Stadt Rennes. Zwei Polizisten seien verletzt worden. Auch in Bordeaux und Toulouse kam es zu Gewalt.

Auch dieses Mal waren die Behörden mit einem großen Sicherheitsaufgebot präsent. Laut Behördenangaben wurden landesweit 80.000 Sicherheitskräfte eingesetzt, allein 5000 in Paris. Bei den vergangenen Protesten kam es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen von Demonstranten und Sicherheitskräften, die wegen der Benutzung umstrittener Gummigeschosse in die Kritik geraten sind.

Unzufriedenheit mit dem System

An der Protestaktion vor einer Woche hatten nach offiziellen Angaben 84.000 Menschen teilgenommen, das waren 30.000 mehr als an dem Wochenende zuvor. Die Demonstranten eint die Unzufriedenheit mit der Regierung und dem politischen System. Zu den Kritikpunkten zählen hohe Lebenshaltungskosten und soziale Ungerechtigkeit. Auch der Rücktritt von Präsident Emmanuel Macron wird gefordert.

Um den Konflikt zu entschärfen, reagierte Macron Mitte Dezember mit milliardenschweren Sozialmaßnahmen. Außerdem rief er eine "Bürgerdebatte" ins Leben, bei der Bürger in ihren Gemeinden Vorschläge zu den Themen Steuern, Demokratie, Migration, ökologischer Übergang und Staatsorganisation machen können.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Januar 2019 um 14:00 Uhr.

Darstellung: