"Gelbwesten"-Protestler in Frankreich | Bildquelle: dpa

"Gelbwesten"-Bewegung Mit eigener Liste bei der Europawahl

Stand: 24.01.2019 09:02 Uhr

Seit November gehen die "Gelbwesten" in Frankreich auf die Straße - jetzt wollen sie ihre Forderungen in die Parlamente tragen. Erster Versuch ist die Europawahl, für die es nun eine Kandidatenliste gibt.

Die Protestbewegung der "Gelbwesten" will bei der Europawahl mit einer eigenen Liste antreten. Angeführt wird die Liste von der Aktivistin Ingrid Levavasseur. Die 31-jährige Krankenpflegerin aus der Normandie ist eines von vielen bekannteren Gesichtern der zersplitterten Bewegung.

"Die am 17. November 2018 in unserem Land geborene soziale Bürgerbewegung unterstreicht die Notwendigkeit, Wut in ein menschliches politisches Projekt zu verwandeln", sagte Levavasseur dem Sender BFMTV. Derzeit stehen zehn Namen auf der Liste, bis Mitte Februar soll sie auf 79 anwachsen.

Ingrid Levavasseur | Bildquelle: dpa
galerie

Ingrid Levavasseur führt die Liste für die Europawahl an.

Laut Umfragen wären 13 Prozent bei Europawahl möglich

Die Europawahl ist am 26. Mai. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Elabe gibt es viel Zuspruch für die "Gelbwesten". Demnach kämen sie mit rund 13 Prozent auf den dritten Platz - hinter der Partei La République en Marche von Staatschef Emmanuel Macron und der rechtspopulistischen Nationalen Sammlungsbewegung (Rassemblement National, früher Front National) von Marine Le Pen. Die Umfrage wurde allerdings vor der nun bekannt gewordenen Liste geführt.

Die "Gelbwesten" demonstrieren seit Mitte November in Frankreich - die Forderungen sind vielfältig. Sie reichen vom Rücktritt von Macron bis zu einer Stärkung der von vielen als zu niedrig empfundenen Kaufkraft.

Bei Protesten lieferten sich Demonstranten immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die französische Regierung kam den Protestlern in den vergangenen Wochen entgegen, setzte die umstrittene Ökosteuer auf Benzin und Diesel aus und versprach, die Strom- und Gaspreise stabil zu halten. Macron startete einen Bürgerdialog, im Zuge dessen über 35 Themen von Steuern über Demokratie und Umweltschutz bis hin zur Einwanderung diskutiert werden soll.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Januar 2019 um 08:30 Uhr.

Darstellung: