Die Geiselnahme in einem Bus in der ukrainischen Stadt Lutsk ist beendet. | REUTERS

Ukraine Geiselnahme in Linienbus beendet

Stand: 21.07.2020 21:10 Uhr

Es ist ein glimpfliches Ende: Einen ganzen Tag lang waren mehrere Passagiere eines Linienbusses in der Westukraine in der Gewalt eines schwerbewaffneten Mannes. Jetzt hat die Polizei ihn festgenommen.

Bei der Geiselnahme in einem Linienbus in der westukrainischen Großstadt Luzk ist der schwer bewaffnete Täter nach stundenlangen Verhandlungen festgenommen worden. Alle Geiseln seien freigekommen, nachdem Polizisten den Bus gestürmt hatten. Zuvor hatte der Täter nach stundenlanger Verhandlung mit der Polizei bereits drei Geiseln freigelassen. Präsident Wolodymyr Selenskyj soll persönlich mit dem Geiselnehmer gesprochen haben.

Laut Vize-Innenminister Anton Geraschtschenko hatte der Geiselnehmer selbst Kontakt mit der Polizei aufgenommen. Das Innenministerium will den Mann als einen 44-Jährigen aus dem russischen Orenburg identifiziert haben. Er saß nach Angaben der Polizei wegen verschiedener Delikte rund zehn Jahre im Gefängnis und soll wegen psychischer Erkrankungen in Behandlung gewesen sein.

Geiselnehmer hatte Sprengsätze und Waffen

Am Morgen hatte der Mann in der Stadt mit rund 200.000 Einwohnern den Linienbus in seine Gewalt gebracht. Er war mit einem Sturmgewehr bewaffnet und zerschoss damit zwei Fenster des Busses. Er soll zudem Handgranaten oder selbstgebaute Sprengsätze bei sich gehabt haben.

Die Bewohner des Stadtbezirks waren daraufhin aufgerufen worden, in ihren Häusern zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen. Der Geiselnehmer hatte gedroht, Sprengsätze an belebten Orten der Stadt aus der Ferne zünden zu wollen.

Innenminister Arsen Awakow war in die rund 350 Kilometer westlich von Kiew gelegene Großstadt geflogen, um die Lage vor Ort zu bewerten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Juli 2020 um 21:30 Uhr.