Kinder in der Wüste bei Baghus auf der Ladefläche eines Lastwagens  | Bildquelle: dpa

Geberkonferenz in Brüssel Mehr Geld für Opfer des Syrien-Kriegs

Stand: 14.03.2019 18:30 Uhr

Auf der Geberkonferenz für Syrien hat die Bundesregierung ihre Hilfszusagen erhöht. Als Mitorganisator des Treffens stellte die EU aber klar: Das gesammelte Geld werde nicht in den Wiederaufbau des Landes fließen.

Deutschland wird seine finanzielle Hilfe für die unter dem Syrien-Krieg leidenden Menschen aufstocken. Bei der Geberkonferenz in Brüssel kündigte Entwicklungsminister Gerd Müller an, dass weitere 1,44 Milliarden bereitgestellt werden. Deutschland setze damit ein "starkes Zeichen der Solidarität". Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung rund 1,47 Milliarden Euro bereitgestellt.

Mit dem auf der Konferenz gesammelten Geld sollen Nahrungsmittel und medizinische Produkte, aber auch Ausbildungsprogramme für Kinder und Jugendliche finanziert werden. Nach Zahlen der Vereinten Nationen sind allein in Syrien noch immer 11,7 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dazu kommen Millionen Flüchtlinge in Ländern wie der Türkei, im Libanon und in Jordanien, die Unterstützung brauchen.

Ganz besonders wichtig sei die Situation der Kinder, sagte Entwicklungsminister Müller. "2018 war das schlimmste Jahr in Bezug auf Kinder - Tausende von Toten." Auch jeder zweite Flüchtling sei minderjährig.

Wiederaufbau nur mit "politischem Prozess"

An der Brüsseler Syrien-Konferenz nehmen Vertreter aus rund 80 Staaten und Organisationen teil. Die EU und die Vereinten Nationen hatten als Organisatoren des Treffens auf Hilfszusagen in Höhe von mindestens 4,3 Milliarden US-Dollar (3,8 Mrd. Euro) gehofft. So viel Geld war bei der Konferenz im vergangenen Jahr zugesagt worden. Die tatsächlichen Zahlungen lagen dann sogar bei rund sechs Milliarden US-Dollar. Inzwischen sagten die Konferenzteilnehmer insgesamt sieben Milliarden Dollar Hilfszahlungen zu.

Die Vereinten Nationen fordern insgesamt einen 8,8-Milliarden-Fonds für den Wiederaufbau Syriens und die Versorgung von Flüchtlingen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini stellte allerdings klar, dass das in Brüssel gesammelte Geld ausschließlich in humanitäre Hilfe fließen werde. Mittel für den Wiederaufbau Syriens werde es nur dann geben, wenn es unter Aufsicht der Vereinten Nationen einen politischen Prozess gebe, sagte sie. "Wir halten an unserer Überzeugung fest, dass es dauerhafte Stabilität und Frieden in Syrien nur mit einer verhandelten politischen Lösung geben wird", bekräftigte Außenminister Heiko Maas. Umstritten ist, welche politischen Reformen Präsident Baschar al-Assad dafür einleiten muss.

Gestern wieder Tote bei Luftangriffen

Im seit 2011 andauernden Krieg in Syrien gab es nach Schätzungen bereits mehr als 400.000 Tote. Bei erneuten Luftangriffen auf die von Rebellen kontrollierte Deeskalationszone im Nordwesten des Landes wurden laut Aktivisten erst gestern wieder mehr als 20 Menschen getötet. Unter ihnen waren auch erneut Kinder.

Alle internationalen Versuche, einen politischen Übergang auf den Weg zu bringen, sind bisher gescheitert. Die von Russland und dem Iran unterstützte Regierung von Präsident Assad kontrolliert mittlerweile wieder mehr als zwei Drittel des Landes.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. März 2019 um 12:00 Uhr.

Darstellung: