Frankreichs Präsident Emmanuel Macron steht mit U2-Sänger Bono und Microsoft-Gründer Bill Gates auf einer Bühne in Lyon.  | Bildquelle: AFP

Geberkonferenz in Frankreich 14 Milliarden gegen Krankheiten

Stand: 10.10.2019 18:37 Uhr

Aids, Tuberkulose und Malaria sollen ausgerottet werden. Dafür hat eine internationale Geberkonferenz nun 14,02 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Deutschland ist viertgrößter Spender.

Die USA, Deutschland und weitere internationale Geldgeber haben im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria für die kommenden drei Jahre 14,02 Milliarden US-Dollar zugesagt. Umgerechnet sind dies 12,7 Milliarden Euro. Das bestätigte der Globale Fonds zur Bekämpfung der drei Infektionskrankheiten in Lyon nach Ende einer zweitägigen Geberkonferenz.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte als Gastgeber die Verhandlungen geführt. 700 Teilnehmer waren bei der Konferenz dabei. Macron hatte bereits im September eine Zusage der Zielmarke von 14 Milliarden Dollar gemacht. Auf der Konferenz sagte er: "Ich lasse niemanden aus dem Saal, solange die 14 Milliarden nicht erreicht sind." Der Globale Fonds bestätigte, dass Macron seine vorab gemachte Zusage halten konnte.

Größter Spender sind die USA mit einem Anteil von rund einem Drittel. Der US-Kongress soll einen Beitrag von 4,68 Milliarden US-Dollar zugesagt, berichtete der Globale Fonds. Deutschland bestätigte die Zusage von Kanzlerin Angela Merkel von einer Milliarde Euro in den kommenden drei Jahren. Deutschland ist damit nach Regierungsangaben viertgrößter Geber.

Zielmarke als absolut nötiges Minimum

16 Millionen Menschenleben sollen mit den Milliarden gerettet werden. Nichtregierungsorganisationen gaben die Zielmarke von 14 Milliarden Dollar als das absolut nötige Minimum an. Im Jahr 2016 waren bei einer Geberkonferenz in Montréal annähernd 13 Milliarden Dollar zusammengekommen.

Vertreter der Entwicklungsorganisation One sagten zum Ergebnis der Konferenz: "Die heutigen Finanzzusagen werden entscheidend dafür sein, die drei Krankheiten bis 2030 auszurotten." Laut Organisation hätten mehrere Länder - darunter Deutschland, Frankreich, die USA, Großbritannien, Italien und die EU - ihre Zusagen um mindestens 15 Prozent erhöht.

Zu den Spendern zählen auch private Geldgeber wie Microsoft-Gründer Bill Gates. Auch U2-Sänger Bono war auf der Konferenz anwesend und sagte mit Blick auf den Kampf gegen die Krankheiten: "Die kommenden drei bis fünf Jahre werden zeigen, ob wir gewinnen oder nicht."

Fonds im Jahr 2002 gegründet

Der Globale Fonds war im Jahr 2002 gegründet worden. Initiatoren waren die G8-Gruppe der großen Industriestaaten und der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan. Die Organisation unterstützt die Prävention und Behandlung von Aids, Tuberkulose und Malaria in mehr als 100 Ländern. Weltweit sterben an diesen Krankheiten jährlich fast drei Millionen Menschen. Nach Fonds-Angaben wurden seit Gründung 32 Millionen Menschenleben gerettet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Oktober 2019 um 19:00 Uhr.

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