Charles Michel, Yoshihide Suga, Angela Merkel, Emmanuel Macron, Boris Johnson, Ursula von der Leyen, Joe Biden, Justin Trudeau, und Mario Draghi sitzen an einem runden Tisch während des G7-Treffens. | dpa

Infrastruktur-Initiative der G7 Konkurrenz für Chinas "Neue Seidenstraße"

Stand: 12.06.2021 15:06 Uhr

Es soll die Antwort auf Chinas "Neue Seidenstraße" sein: Mit einem globalen Infrastruktur-Plan wollen die G7-Staaten ärmere Länder unterstützen. Das beschlossen die Regierungschefs der sieben Industrienationen auf ihrem Gipfel in Cornwall.

Die reichen Industrienationen der G7 planen eine Milliarden-Initiative zum Aufbau von Infrastruktur in ärmeren Ländern. Das Vorhaben soll eine Alternative zum chinesischen Multi-Milliarden-Projekt der "Neuen Seidenstraße" bieten, teilten US-Regierungsbeamte am Rande des G7-Gipfels im englischen Carbis Bay mit.

Schätzungen zufolge gebe es eine Lücke von benötigter Infrastruktur in Teilen der Welt in Höhe von 40 Billionen US-Dollar. Durch die Pandemie sei die Lücke noch größer geworden.

Die Initiative, die von US-Seite "Build Back Better World" (B3W) genannt wurde, soll im Abschlusskommuniqué stehen, das zum Ende des dreitägigen Gipfels am Sonntag angenommen werden soll. Klare Finanzzusagen wurden allerdings noch nicht gemacht.

Der Plan: Mehr Nachhaltigkeit, mehr Transparenz

Ein US-Beamter sagte, die USA wollten mit den G7-Partnern, dem privaten Sektor und anderen Teilhabern kollektiv Hunderte Milliarden für Infrastruktur-Investitionen in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen mobilisieren. Die Umsetzung solle "auf transparente und nachhaltige Weise - finanziell, umweltfreundlich und sozial - erfolgen", teilte die US-Seite mit.

Es gehe nicht darum, dass die Länder "zwischen uns und China wählen müssen", sagte der Beamte. Vielmehr solle "eine positive, alternative Vision" geboten werden, für die sich Ländern entscheiden könnten. Es stehe "im starken Kontrast zu der Art, wie einige andere Länder mit den Bemühungen um Infrastruktur umgehen". Er warf Peking einen "Mangel an Transparenz, schlechte Umwelt- und Arbeitsstandards" und ein Vorgehen vor, das viele Länder am Ende schlechter dastehen lasse.

China schafft Abhängigkeiten

Chinas "Seidenstraße"-Initiative ist umstritten. Mit Investitionen in Straßen, Bahnstrecken, Häfen und andere Infrastrukturprojekte baut China neue Handelswege nach Europa, Afrika, Lateinamerika und in Asien.

Dabei investiert China auch in Staaten, die sonst nur schwer internationale Hilfe bekommen würden. Kritiker warnen arme Länder vor einer Schuldenfalle, politischen Abhängigkeiten und mangelndem Umweltschutz. Oft kommen auch nur chinesische Unternehmen zum Zuge.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Juni 2021 um 15:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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derkleineBürger 12.06.2021 • 23:55 Uhr

um 23:07 von weltoffen: " Am

um 23:07 von weltoffen: " Am 12. Juni 2021 um 22:50 von derkleineBürger Eine Casino mit einer Militaerischen anlage zu vergleichen geht gar nicht. " Oh doch. Das bringt es nämlich ziemlich gut auf den Punkt. Denn während China im chinesischen Ausland zivile wirtschaftliche Einrichtungen errichtet & diese aus eigener Tasche finanziert, baut die USA im US-Ausland Militäranlagen, die die ausländischen Bürger im US-Ausland finanziell auch noch mittragen müssen. China investiert um wirtschaftliche Werte im chin. Ausland zu schaffen (rettete in Nordamerika & EU bankrotte Unternehmen, 89% der von China in Afrika geschaffenen Arbeitsplätze sind in afrikanischer Hand) USA investiert um wirtschaftliche Werte im US-Ausland per militärischer Gewalt zu vernichten, wenn die nicht kriegen, was sie haben wollen. Ich weiß nicht was Sie befürworten. Aber ich habe es lieber, wenn der Gegenüber einen Handel vorschlägt, anstatt mir eine Waffe an die Schläfe zu halten, wenn der was von mir haben will