G20-Gipfel in Osaka | Bildquelle: MICHAEL KLIMENTYEV/SPUTNIK/KREML

G20-Gipfel in Osaka Viele Gespräche, wenig Gemeinsames

Stand: 28.06.2019 18:53 Uhr

Beim G20-Gipfel in Japan präsentieren sich die Politiker betont harmonisch - trotz großer Streitthemen. Doch ob die Gespräche im Séparée den Durchbruch bringen, ist mehr als unklar.

Von Malte Pieper, ARD-Studio Brüssel, zzt. Osaka

Die Sonne ist bereits untergegangen in Osaka, der zweitgrößten Stadt Japans, als sich die Staats- und Regierungschefs auf der Burg versammeln, die man sich eher als Überbleibsel aus einem Samurai-Film denn als Teil einer mitteleuropäischen Verteidigungsanlage vorstellen muss. Es wartet auf sie und ihre Partner das kulturelle Abendprogramm der japanischen Gastgeber.

"Nach den ganzen Reden sind sie bestimmt am Verhungern", lächelt Japans Premier Shinzo Abe seinen Kollegen zu. Geredet wurde tatsächlich jede Menge - anders als früher aber weniger die G20 alle miteinander, sondern einzeln im Séparée, in sogenannten bilateralen Gesprächen einzelner Staatschefs.

Schwierge Verhandlungen auf G20-Gipfel
tagesthemen 21:45 Uhr, 28.06.2019, Uwe Schwering, ARD Tokio

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Trump und Putin in Eintracht

Das wohl überraschendste Beispiel dabei: US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin. Sie ließen keine Gelegenheit aus, durch zwischenmenschliche Gesten zu demonstrieren, wie gut sie sich verstehen. Man werde über mögliche Handelsprobleme und neue Abrüstungsinitiativen reden, gab Trump nach dem rund einstündigen Tête-à-Tête zu Protokoll. Das verwundert, standen doch zuletzt die Zeichen im amerikanisch-russischen Verhältnis eher auf Aufrüstung.

Ganz anders die deutsch-amerikanischen Gespräche: Während Trump Angela Merkel geradezu überschwänglich als großartige Frau und Freundin begrüße, würdigte die Kanzlerin den Amerikaner zunächst keines Blickes. Nach ihrem Gespräch sagte sie, sie habe versucht, vor allem im Verhältnis zum Iran entkrampfend zu wirken. Sie forderte einen Verhandlungsprozess, "aber das ist natürlich nach wie vor eine sehr angespannte Situation".

Wladimir Putin und Donald Trump | Bildquelle: dpa
galerie

Die Präsidenten von Russland und den USA, Putin und Trump, präsentierten sich bei ihrem Treffen betont harmonisch.

"Andere haben auch Befindlichkeit"

Wie man es aber auch dreht und wendet: Es ist wieder einmal Trump, der diesen Gipfel zu dominieren droht. Auf den sich alle Kameras richten, dessen Veto zu weitreichenden Erklärungen alle sofort weiter transportieren. Man dürfe sich bei diesen Treffen aber nicht täuschen lassen, mahnt etwa EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: "Es ist nicht so, dass G20 nur den Launen des amerikanischen Präsidenten ausgesetzt wäre. Andere haben auch Stimmungen und Befindlichkeiten."

Und so scheint wenig voranzugehen: bei internationalen Handelsabkommen, die will Trump am liebsten nicht, bei verstärkten Bemühungen zum Klimaschutz, die wollen weder Amerikaner noch Brasilianer und vielleicht nicht mal die Gastgeber aus Japan. Ob eine gemeinsame Abschlusserklärung am Ende auf dem Tisch liegt, ist offener denn je. Aber die lese eh keiner, meint Juncker. Der Ausgang ist also völlig offen.

Fragen nach Merkels Gesundheit

Bleibt noch der Blick auf die Gesundheit der Kanzlerin. Die zog ihr Programm ziemlich tough durch: kein Zittern, kein Schwächeln. Eher präsentierte sich Merkel so, wie sie die Journalisten kennen: immer einen trockenen Spruch auf den Lippen. "Das ist hier ja ein Anblick wie in der Schulklasse", sagte sie, als sie kurz vor Ende des ersten Gipfeltags zu einem Statement vor die Kameras geführt wurde.

Bereits in der Nacht deutscher Zeit geht es weiter. Das dann wohl wichtigste Treffen: Trump und sein chinesischer Kollege Xi Jinping. Wichtigster Gesprächspunkt: Weiten die USA und China ihren Handelskrieg noch aus - oder vereinbaren sie einen Burgfrieden?

Viele Gespräche, wenig Gemeinsamkeiten
Malte Pieper, ARD Brüssel
28.06.2019 17:45 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: