Der G20-Gipfel findet in Osaka, Japan, statt. | Bildquelle: dpa

G20-Gipfel Viel Wohlwollen, viele Fragezeichen

Stand: 28.06.2019 01:38 Uhr

Im japanischen Osaka startet der G20-Gipfel. Nicht nur der Gastgeber hofft darauf, dass man sich etwa in Sachen Klimaschutz auf eine gemeinsame Linie einigen kann. Doch es gibt viele Fragezeichen.

Von Sabine Müller, ARD-Hauptstadtstudio, z.Zt. Osaka

Die Japaner geben sich alle Mühe, perfekte Gastgeber zu sein und ihr Land im besten Licht zu präsentieren. Japanische Kultur, japanisches Essen, japanische Innovationen - am Veranstaltungsort in Osaka wird den Besuchern alles bunt und fröhlich nahe gebracht. Ministerpräsident Shinzo Abe setzt auf einen harmonischen Gipfel:

"Wir wollen hier nicht unsere Meinungsverschiedenheiten betonen, sondern unsere Gemeinsamkeiten, um konkrete Lösungen zu finden."

Nach Harmonie klang US-Präsident Donald Trump allerdings so gar nicht, als er kurz vor dem Abflug nach Osaka noch ein Interview gab und zu einem Rundumschlag ausholte: gegen Europa, das die USA schlechter als China behandle, gegen Japan, das Amerika als Schutzmacht ausnutze, gegen Deutschland, das schlimmere Handelsbarrieren als China habe. Das hörte sich nach richtigem Ärger an.

Stefan Niemann, ARD Washington, zum G20-Gipfel in Osaka
Morgenmagazin, 28.06.2019

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Gipfelerfolg hängt - mal wieder - von Trump ab

Kurz darauf dann die Positiv-Meldung, im Handelsstreit zwischen den USA und China sei eine Art Burgfrieden vereinbart worden. Allerdings verbunden mit dem Hinweis: Trump könne seine Meinung immer noch ändern. Vom unberechenbaren Amerikaner könnte es abhängen, ob dieser G20-Gipfel ein Erfolg wird oder nicht:

"Es wird auch Meinungsunterschiede geben, aber damit müssen wir dann umgehen. Es ist allemal besser, miteinander zu reden, als übereinander."

Unter schwierigen Bedingungen rausholen, was möglich ist - mit dieser Einstellung geht die Bundesregierung in den Gipfel. Kanzlerin Angela Merkel hofft auf eine Abschlusserklärung mit klaren Bekenntnissen zu Multilateralismus, Freihandel und Klimaschutz. Allerdings hört man aus deutschen Regierungskreisen viel Skepsis: Es sei noch völlig unklar, ob es die Staats- und Regierungschefs überhaupt schaffen, sich auf eine gemeinsame Erklärung zu einigen.

Appelle, aber keine Ausschreitungen erwartet

Nicht-Regierungsorganisationen appellieren an die Teilnehmer - Marwin Meier von World Vision:

"Seid euch eurer Verantwortung bewusst, eure Entscheidungen haben Auswirkungen weit über euren Kreis hinweg für die Allerärmsten der Welt. Bitte rauft Euch zusammen und trefft Entscheidungen, die deren Leben positiv beeinflussen können."

Bei allen Unsicherheiten, die diesen Gipfel umgeben, steht eins sehr sicher fest: Heftige Ausschreitungen wie etwa bei G20 in Hamburg 2017 sind hier in Osaka nicht zu erwarten.

Zwar haben zum Beispiel japanische Klimaaktivisten Proteste angekündigt, wollen mit großen Pappmache-Masken der Staats- und Regierungschefs gegen die Braunkohleverstromung demonstrieren, aber das werden wohl kleine, friedliche Demonstrationen mit vermutlich nur ein paar hundert Teilnehmern. Trotzdem geht die japanische Polizei auf Nummer sicher: Das auf einer Insel gelegene Gipfel-Gelände ist mit einem drei bis vier Meter hohen Zaun gesichert, mehr als 30.000 Polizisten sind im Einsatz.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 28. Juni 2019 um 06:11 Uhr.

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Sabine Müller, HR

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