Gedenken in Neuseeland | AFP

Nach Anschlag auf Moscheen Neuseeland betet gemeinsam

Stand: 22.03.2019 03:53 Uhr

Eine Woche nach dem Anschlag von Christchurch gedenkt Neuseeland heute der Opfer. Die Freitagsgebete an der Al-Noor-Moschee, an der auch Premierministerin Ardern teilnahm, wurden live im Fernsehen und Radio übertragen.

Menschen aus ganz Neuseeland haben der Opfer des Terroranschlags von Christchurch gedacht. Premierministerin Jacinda Ardern und Tausende andere kamen am frühen Nachmittag im Hagley Park zum Freitagsgebet zusammen. Der Park liegt gegenüber der Al-Noor-Moschee, die als erste angegriffen wurde.

Dem Gebet folgten zwei Schweigeminuten. In weiten Teilen des Landes stand von 13.32 Uhr bis 13.34 Uhr Ortszeit (1.32 bis 1.34 Uhr) das Leben still.

Trauerzeremonie live im Fernsehen und Radio

Viele Neuseeländerinnen trugen am Freitag als Zeichen der Solidarität mit den muslimischen Gemeinden ein Kopftuch. Rund um verschiedene Moscheen gab es Menschenketten. Die Trauerzeremonie vor der Al-Noor-Moschee, die mit dem Ruf eines muslimischen Geistlichen zum Gebet begonnen hatte, wurde live in Radio und Fernsehen übertragen.

Ardern sagte an die Muslime gewandt: "Neuseeland trauert mit Euch. Wir sind eins." Der islamische Geistliche Gamal Fouda bedankte sich bei der Regierungschefin mit den Worten: "Danke für Ihre Worte und für Ihre Tränen. Danke dafür, wie sie uns mit einem einfachen Tuch die Ehre erweisen."

Permierministerin Jacinda Ardern nach dem Freitagsgebet an der al-Noor Moschee in Christchurch. | REUTERS

Viele Neuseeländerinnen trugen am Freitag als Zeichen der Solidarität mit den muslimischen Gemeinden ein Kopftuch - auch Premierministerin Jacinda Ardern. Bild: REUTERS

Hunderte Polizisten sichern Trauerfeier

Zum Schutz der Trauernden war die Polizei in Christchurch mit Hunderten von teils schwer bewaffneten Beamten im Einsatz.

In der kommenden Woche soll es auch eine nationale Trauerfeier geben. Am Donnerstag hatte die Regierung des Pazifikstaats bekanntgegeben, dass halbautomatische Waffen - wie sie der Täter benutzt hatte - ab sofort verboten sind. Von den knapp fünf Millionen Einwohnern des Pazifikstaats sind etwa 50.000 muslimischen Glaubens.

Am vergangenen Freitag hatte ein Attentäter zwei Moscheen angegriffen und mindestens 50 Menschen getötet. Ein 28 Jahre alter Rechtstextremist aus Australien sitzt in Untersuchungshaft.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. März 2019 um 06:30 Uhr.