Ermittler durchsuchen ein Auto vor der Wohnung des getöteten Attentäters von Trebes | Bildquelle: GUILLAUME HORCAJUELO/EPA-EFE/REX

Terror in Südfrankreich Notizen und Waffen des Täters entdeckt

Stand: 24.03.2018 19:05 Uhr

Nach dem Terrorakt in Südfrankreich haben Ermittler Waffen des Täters gefunden. Sie stießen auch auf Notizen mit IS-Bezug. Der Polizist, der sich gegen eine Geisel austauschen ließ, erlag seinen Verletzungen.

Einen Tag nach dem Terrorangriff in Südfrankreich verdichten sich die Hinweise auf einen Bezug des Täters zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Er selbst hatte sich laut Staatsanwaltschaft als "Soldat" des IS bezeichnet. Bei einer Hausdurchsuchung seien nun handschriftliche Notizen des 25-Jährigen mit IS-Bezügen gefunden worden, berichteten französische Medien. Der Inhalt sei ziemlich verwirrend. Das Geschriebene ähnele einem Testament. Der Terrorangriff wird in den Notizen aber offenbar nicht erwähnt.

Geiselnahme in Südfrankreich endet mit Toten und Verletzten
nachtmagazin 00:00 Uhr, 24.03.2018, Ellis Fröder, ARD Paris

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Sprengsätze, Pistole und Messer entdeckt

Der Angreifer, ein in Marokko geborener Franzose, hatte seine Tat am Freitagmorgen begonnen. Er raubte in der Stadt Carcassonne ein Auto, tötete einen der Insassen und verletzte den Fahrer. Kurze Zeit später verletzte er mit Schüssen einen Polizisten, der mit Kollegen vom Joggen zurückkam.

Anschließend fuhr er in das nahegelegene Trèbes, stürmte in einen Supermarkt und erschoss einen Mitarbeiter und einen Kunden. Viele andere Kunden konnten fliehen. Nach mehreren Stunden stürmten Spezialkräfte den Supermarkt und erschossen den Geiselnehmer. Wie mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Justizkreise nun berichteten, fanden die Ermittler in dem Supermarkt drei selbst gebaute Sprengsätze, eine Pistole vom Kaliber 7,65 und ein Jagdmesser.

Zwei Festnahmen

Der Geiselnehmer hatte die Freilassung von Salah Abdeslam gefordert, der zur Terrorzelle gehört haben soll, die für die schweren Anschläge in Paris im November 2015 verantwortlich ist, bei denen 130 Menschen starben. Die Ermittler suchen seit dem Ende der Geiselnahme nach Helfern und Mitwissern des Mannes sowie nach möglichen Verbindungen.

Bereits gestern hatte Frankreichs oberster Anti-Terror-Staatsanwalt mitgeteilt, dass eine enge Bekannte des Täters verhört werde, die möglicherweise seine Lebensgefährtin sei. Inzwischen wurde auch ein 17-Jähriger festgenommen. Er habe in Kontakt mit dem Attentäter gestanden und es werde gegen ihn wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt.

Polizist erliegt seinen Verletzungen

Arnaud Beltrame, Polizist aus Frankreich, ließ sich bei der Geiselnahme in einem Supermarkt am 23.03.2018 in Trebes, Frankreich, freiwillig gegen Geiseln eintauschen. Beltrame wurde von dem Geiselnehmer lebensgefährlich verletzt und verstarb in der Nacht | Bildquelle: dpa
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Arnaud Beltrame ließ sich bei der Geiselnahme in einem Supermarkt freiwillig gegen eine Geisel eintauschen. Er wurde von dem Attentäter lebensgefährlich verletzt und verstarb in der Nacht

Unterdessen trauert Frankreich um ein weiteres Todesopfer des Terrorakts. Der Polizist, der sich freiwillig gegen eine Geisel in dem Supermarkt hatte austauschen lassen, erlag seinen Verletzungen. Der 45-jährige Arnaud Beltrame wurde am Freitag lebensgefährlich verletzt, als er allein mit dem Täter im Supermarkt war. Dadurch, dass er sein Handy auf Empfang geschaltet hatte, konnten die Einsatzkräfte außerhalb mithören, was sich im Supermarkt abspielte. Als sie Schüsse hörten, erstürmten sie das Gebäude und erschossen den Attentäter.

"Frankreich wird niemals sein Heldentum, seine Tapferkeit und sein Opfer vergessen", erklärte Innenminister Gérard Collomb. Beltrame wird in Frankreich als Held gefeiert und soll durch eine nationale Trauerzeremonie geehrt werden. "Er hat Leben gerettet", sagte Staatschef Emmanuel Macron. Beltrame verdiene "den Respekt und die Bewunderung der gesamten Nation". Der hochdekorierte Polizist, der mehrere Jahre für die Sicherheit des Präsidentenpalasts verantwortlich war, habe "außerordentlichen Mut und Selbstlosigkeit bewiesen".

Mit Informationen von ARD-Korrespondent Marcel Wagner.

Nach Terroranschlag nehmen Ermittler Verdächtigen fest
Martin Wagner, BR
24.03.2018 18:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. März 2018 um 19:00 Uhr.

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