Ein Mann geht am Bahnhof Gare de l'Est in Paris über einen Bahnsteig. | Bildquelle: dpa

Streiks in Frankreich Bahn hofft auf leichte Besserung

Stand: 25.12.2019 04:37 Uhr

Die französischen Eisenbahner wollen bis mindestens Neujahr weiter gegen die Rentenreformpläne der Regierung streiken. Eine leichte Entspannung der Lage sei der Bahngesellschaft zufolge aber schon früher möglich.

Auch über die Weihnachtsfeiertage müssen Reisende weiterhin mit massiven Einschränkungen im französischen Bahnverkehr rechnen: Die Eisenbahner wollen bis mindestens Neujahr gegen die Rentenreformpläne der Regierung um Präsident Emmanuel Macron streiken. Die Verhandlungen der Regierung mit den Gewerkschaften waren zuvor vertagt worden - sie sollen am 7. Januar fortgesetzt werden.

Nach den Weihnachtstagen ist nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft SNCF leichte Besserung im Zugverkehr in Sicht: Dank Mitarbeitern, die wieder zur Arbeit gingen, könnte es am kommenden Wochenende besser werden, sagte SNCF-Chef Jean-Pierre Farandou in der Online-Ausgabe der französischen Tageszeitung "Le Monde". Dann sollen sechs von zehn TGV-Schnellzügen fahren. Vergangenes Wochenende waren es nur fünf von zehn. Farandou sagte weiter, dass er auf eine Verbesserung für die Bahnreisenden bis Anfang Januar hofft.

400 Millionen Euro weniger Umsatz

Für den Bahnkonzern SNCF ist das Streikchaos eine teure Angelegenheit. Streikende Mitarbeiter bescheren dem Unternehmen eine Umsatzeinbuße von bisher rund 400 Millionen Euro. "Das ist bereits eine beachtliche Summe", sagte der SNCF-Chef in der Zeitung "Le Monde".

Topmanager Farandou gab zu bedenken, dass der seit knapp drei Wochen andauernde Konflikt um die Rentenreform der Regierung nicht beendet sei. Deshalb sei es für eine endgültige Bilanz der Kosten zu früh

Massive Zugausfälle in Frankreich auch über Weihnachten
tagesschau 20:00 Uhr, 24.12.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Keine Ausnahme an Heiligabend

Die Streikenden machten auch an Heiligabend keine Ausnahme. So verkehrten am 20. Protesttag nur 40 Prozent der TGV-Schnellzüge regelmäßig, wie die Verkehrsgesellschaft SNCF mitteilte. Im Bahnverkehr nach Deutschland war ein Zug von sonst drei üblichen unterwegs, so die SNCF.

In Paris fuhren nur die beiden automatisch betriebenen Linien im üblichen Takt. Zehntausende Franzosen, die die Feiertage mit ihren Familien verbringen wollten, saßen wegen ausfallender Züge fest.

Im Nahverkehr waren nach SNCF-Angaben nur rund 20 Prozent der Züge im Einsatz. Ab dem Nachmittag wurde der Nahverkehr von Paris in die Vorstädte komplett eingestellt.

Streikende an der SNCF-Zentrale in Saint-Denis bei Paris. | Bildquelle: AFP
galerie

Streikende an der SNCF-Zentrale in Saint-Denis bei Paris.

Macrons Appelle verhallen ungehört

Staatschef Macron und die Mitte-Regierung hatten zu einer Streikpause zu Weihnachten aufgerufen - aber vergeblich. Die Gewerkschaften kündigten an, auch über die Feiertage hinweg protestieren zu wollen. Es gebe "keinen Grund", den Streik "plötzlich" einzustellen, sagte der Generalsekretär der Eisenbahnergewerkschaft CGT, Laurent Brun, der kommunistischen Zeitung "L'Humanité".  

Die Rentenreform ist das zentrale Reformversprechen von Macron. Er will das komplizierte System mit 42 verschiedenen Regelungen vereinheitlichen und das Milliarden-Defizit der Rentenkassen abbauen. Besonders umstritten ist die faktische Anhebung des Eintrittsalters von derzeit 62 auf künftig 64 Jahre.

Die Reform werde auch Staatschef Macron selbst betreffen, wie Élyséekreise bestätigten. Demnach will er nicht eine besondere Rente erhalten, die Staatschefs nach ihrem Ausscheiden eigentlich zusteht. Stattdessen will er auch Teil des Universalsystems sein, das für alle Franzosen gelten soll. Es gehe darum, ein Beispiel zu geben und konsequent zu sein. Laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP beträgt die Sonderrente monatlich rund 6200 Euro brutto.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Dezember 2019 um 03:58 Uhr.

Darstellung: