Frankreichs Präsident Macron | YOAN VALAT/POOL/EPA-EFE/Shutters

Kommunalwahl in Frankreich Macron abgestraft

Stand: 28.06.2020 23:20 Uhr

Die Partei von Frankreichs Präsident Macron hat bei den Kommunalwahlen in Frankreich ersten Hochrechnungen zufolge erwartungsgemäß schlecht abgeschnitten. Großer Gewinner sind die Grünen - sie triumphierten in mehreren großen Städten.

Frankreichs Wähler haben die Partei von Präsident Emmanuel Macron bei den Kommunalwahlen abgestraft: "La République en Marche" scheiterte nach ersten Hochrechnungen gleich in mehreren großen Städten, darunter in Paris - dort gewann die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo.

Premierminister Édouard Philippe entschied zwar in der nordfranzösischen Hafenstadt Le Havre mit rund 59 Prozent die Wahl für sich. Eine Regierungssprecherin räumte allerdings kurz nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen eine "enttäuschende Niederlage" ein. Noch vor drei Jahren hatte "En Marche" aus dem Stand die Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung errungen - die Wahl galt auch als Abstimmung über Macrons Politik.

"Grüne Welle"

Großer Gewinner der Endrunde der Kommunalwahlen sind die Grünen. Sie gewannen in gleich mehreren Großstädten. In Städten wie Lyon oder Straßburg stehe ein Machtwechsel an, berichtete das französische Fernsehen. Eine Sprecherin der Grünen sprach von einer "grünen Welle". Bisher ist Grenoble die einzige große Stadt mit einem grünen Bürgermeister.

Kommunalwahl Frankreich | dpa

Das Ergebnis der Kommunalwahlen ist eine schwere Schlappe für Frankreichs Präsident Macron. Bild: dpa

Historisch niedrige Wahlbeteiligung

Die Stichwahlen betrafen fast 5000 Kommunen, darunter waren die größten Städte des Landes. Aufgerufen waren gut 16 Millionen Wählerinnen und Wähler - das entspricht etwa einem Drittel der Wahlberechtigten. Allerdings gingen nur sehr wenige Franzosen an die Urnen: Umfrage gegen von einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung von rund 40 Prozent aus.

Bei der ersten Runde der Kommunalwahl in diesem Jahr Mitte März hatten noch deutlich mehr Menschen gewählt. Die jetzigen Stichwahlen waren eigentlich für Ende März geplant, mussten aber wegen der Covid-19-Pandemie verschoben werden. Wahlforscher sehen als Ursache für das mangelhafte Interesse neben der Pandemie auch den zeitlich großen Abstand zum ersten Durchgang.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 28. Juni 2020 um 23:15 Uhr.