Penelope und Francois Fillon | Bildquelle: dpa

Affäre um Scheinbeschäftigung Ex-Premier Fillon soll vor Gericht

Stand: 23.04.2019 11:53 Uhr

Jahrelang soll Frankreichs Ex-Premierminister Fillon seine Frau als parlamentarische Mitarbeiterin bezahlt haben, ohne dass sie dafür eine Gegenleistung erbracht hätte. Nun soll er sich dafür vor Gericht verantworten.

Der frühere französische Premierminister François Fillon muss sich in der Affäre um mutmaßliche Scheinbeschäftigung vor Gericht verantworten. Richter ordneten einen Prozess gegen Fillon und seine Frau Penelope an, wie es von Seiten der Justiz hieß.

Der konservative Präsidentschaftskandidat von 2017 soll seine Frau und seine Kinder jahrelang aus öffentlichen Mitteln als parlamentarische Mitarbeiter bezahlt haben - ohne, dass diese dafür wirklich arbeiteten. Medienberichten zufolge wird ihnen unter anderem Veruntreuung von öffentlichen Geldern vorgeworfen. Seine Frau muss sich als Komplizin verantworten.

Die heutige Entscheidung des Gerichts bedeutet allerdings noch nicht, dass es auch zu einem Prozess kommt - die Betroffenen können sie noch anfechten.

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Präsidentschaftswahl 2017: Am Wahlabend räumte Fillon seine Niederlage ein.

Lange politische Karriere

Fillon war zwischen 2007 und 2012 Premierminister unter Präsident Nicolas Sarkozy. Die Scheinbeschäftigungsaffäre bremste ihn bei der Präsidentschaftswahl 2017 jedoch aus. Zeitweise hatte er in Führung gelegen, seine Umfragewerte brachen dann jedoch ein. Bei der Wahl gewann letztlich der heutige Präsident Emmanuel Macron.

Fillon hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und sprach von einer politischen Schmutzkampagne.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. April 2019 um 12:00 Uhr.

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