Ein Boot mit Flüchtlingen ist vor der Insel Lampedusa (Italien) zu sehen.

Flüchtlingszahl steigt wieder Mehr als 1000 Migranten erreichen Lampedusa

Stand: 09.05.2021 16:53 Uhr

In Italien ist die Zahl der ankommenden Bootsmigranten stark gestiegen. Allein auf der kleinen Insel Lampedusa gingen mehr als 1000 Menschen an Land. Erst vor einer Woche erreichten mehrere Hundert Flüchtlinge Sizilien.

 Von Moritz Pompl, ARD-Studio Rom

Allein auf den ersten zwei Booten, die vor der Küste Lampedusas gesichtet wurden, waren mehr als 400 Menschen. Danach folgten fünf weitere Boote mit Migranten an Bord, berichten der italienische Staatssender RAI und die Tageszeitung "La Repubblica". Insgesamt sind damit allein heute mehr als 1000 Migranten auf der kleinen Mittelmeerinsel angekommen. Unter den Geflüchteten mit unterschiedlicher Nationalität sind auch Frauen und Kinder sowie ein Neugeborenes.

Gutes Wetter motiviert zur Überfahrt

Derzeit wagen begünstigt durch das gute Wetter wieder deutlich mehr Flüchtlinge die Überfahrt, meist von Libyen aus, in Richtung Italien. Allein dieses Jahr sind es schon knapp 11.000 - im selben Zeitraum letztes Jahr waren es rund 4000 und im Jahr davor nur etwas mehr als 800. Die meisten von ihnen geben an, aus Tunesien, der Elfenbeinküste und aus Bangladesch zu stammen, gefolgt von weiteren afrikanischen Ländern wie Guinea, Ägypten oder dem Sudan.

Nach den Ankünften heute meldete sich der ehemalige Innenminister von der rechten Lega, Matteo Salvini, zu Wort. Er forderte ein sofortiges Treffen mit Premierminister Mario Draghi, um die Diskussion über die Einwanderungsfrage wieder aufzunehmen.

Derweil wirft die Hilfsorganisation Sea-Watch den italienischen Behörden vor, dass ihr Schiff mit einem Vorwand auf Sizilien festgesetzt würde. Die Sea-Watch 4 war am Montag mit mehr als 450 Menschen an Bord im Westen von Sizilien angekommen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 09. Mai 2021 um 17:43 Uhr.