Tausende Flüchtlinge überqueren die Grenze von Honduras nach Guatemala | Bildquelle: AP

Auf dem Weg Richtung USA Tausende Migranten überqueren Grenze zu Guatemala

Stand: 02.10.2020 08:34 Uhr

Zu Fuß von Honduras in die USA: Tausende Flüchtlinge haben inzwischen die Grenze zu Guatemala überquert - viele unerlaubt und ohne Corona-Test. Dort drohen ihnen Festnahmen und Abschiebung.

Mehrere Tausend Menschen, die auf dem Weg von Honduras in die USA sind, haben die Grenze zwischen Honduras und Guatemala überquert. Nach Angaben der guatemaltekischen Migrationsbehörde reisten rund 3000 Menschen ein - die meisten von ihnen unerlaubt und ohne Corona-Test. Auch trugen viele von ihnen keinen Mund-Nasen-Schutz.

Sie waren in der Nacht zuvor in der honduranischen Stadt San Pedro Sula losgezogen. Die Gruppe ist die erste, die sich seit Beginn der Corona-Pandemie auf den Weg Richtung USA gemacht hat.

"Migranten stellen gesundheitliche Gefahr dar"

Guatemalas Präsident, Alejandro Giammattei, kündigte in einer Fernsehansprache am Abend an, die Migranten würden festgenommen und abgeschoben. Er sprach von einer "massiven Gruppe von Honduranern", die die Grenze durchbrochen hätten. Sie stellten eine gesundheitliche Gefahr dar, sagte Giammattei - bei dem selbst vor zwei Wochen Covid-19 festgestellt worden war - mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie.

Guatemala, das zwischen Honduras und Mexiko liegt, hatte vor etwa zwei Wochen seine Grenzen nach coronabedingter Schließung im März wieder geöffnet.

USA und Mexiko appellieren

Guatemala verlangt bei der Einreise einen negativen Test auf das Virus Sars-CoV-2. Die US-Botschaft in Honduras schrieb auf Twitter, dass es gefährlicher denn je sei, in die USA einzureisen. Mexikos Innenministerium betonte, dass es "Migrantenkarawanen" ohne die nötigen Papiere die Einreise nicht erlaube. Hinzu kommt, dass die USA auf Grundlage von Abkommen mit Guatemala, Honduras und El Salvador Migranten dorthin zurückschicken kann, wenn sie diese Länder auf ihrem Weg nach Norden betreten, dort aber kein Asyl beantragt haben.

Erster großer Flüchtlingsmarsch 2018

In den vergangenen Jahren hat es mehrfach Flüchtlingsmärsche von Honduras Richtung USA gegeben - den Ersten im Oktober 2018, als rund 2000 Menschen nordwärts durch Guatemala und Mexiko zogen. Die Menschen schafften es allerdings nur bis in die nordmexikanische Grenzstadt Tijuana. Der Versuch, die US-Grenze zu überwinden, scheiterte.

In den darauffolgenden Monaten folgten mehrere ähnliche Aktionen. US-Präsident Donald Trump entsandte als Reaktion 6000 Soldaten an die Grenze zu Mexiko und warnte vor einer "Invasion von Kriminellen". Derzeit warten mehrere tausend Honduraner in Mexiko auf eine Antwort der US-Behörden auf ihren Asylantrag. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Oktober 2020 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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