BNT162b2-Impfstoff von Biontech Pfizer | PFIZER HANDOUT/EPA-EFE/Shutterst

Nach Notfallzulassung US-Staaten erhalten Impfstoff ab Montag

Stand: 12.12.2020 20:17 Uhr

Die Impfkampagne in den USA kann beginnen: Die ersten Impfzentren sollen das Corona-Vakzin der Unternehmen Biontech und Pfizer zum Wochenstart erhalten. Zuvor hatte die US-Arzneimittelbehörde eine Notfallzulassung erteilt.

Der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer soll von Montag an in den USA verfügbar sein. Die Auslieferung habe begonnen, sagte der für Logistik zuständige General Gustave Perna von der "Operation Warp Speed", dem Corona-Impfprojekt der US-Regierung. Die ersten 145 Impfzentren würden das Vakzin am Montag erhalten, bis Mittwoch werde dann die erste Phase der Auslieferung abgeschlossen sein.

Laut "Operation Warp Speed" umfasst die erste Lieferung in die US-Bundesstaaten etwa drei Millionen Impfdosen. Eine ähnliche Menge werde als Reserve zurückgehalten. Neben Gesundheitsbeamten sollen zuerst Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenheimen geimpft werden. "Ab Montag wird der Impfstoff eingesetzt", sagte Perna.

Arzneimittelbehörde erteilt Notfallzulassung

Der Pfizer-Biontech-Impfstoff hatte am Freitagabend eine Notfallzulassung in den USA erhalten. Die Vereinigten Staaten sind somit das sechste Land, das dem Impfstoff grünes Licht gibt. Als erstes hatte Großbritannien eine Notfallzulassung erteilt, es folgten Kanada, Bahrain, Saudi-Arabien und jüngst auch Mexiko. In der EU läuft die Prüfung noch - die Europäische Arzneimittelagentur EMA will bis zum 29. Dezember eine Entscheidung fällen. 

Die Entscheidung der US-Arzneimittelbehörde FDA fiel nur drei Wochen, nachdem der Antrag von Pfizer und Biontech auf eine Notfallzulassung eingereicht worden war. US-Präsident Donald Trump hatte die FDA zuvor massiv unter Druck gesetzt, die Notfallzulassung umgehend zu erteilen. Auf Twitter bezeichnete er die Behörde am Freitag als "große, alte, langsame Schildkröte". Aus Regierungskreisen hieß es, Washington habe sogar mit der Entlassung des FDA-Chefs Stephen Hahn gedroht.

FDA-Chef: "Externer Druck" spielte keine Rolle

Hahn selbst versicherte, die Zulassung sei nicht auf Druck des Weißen Hauses beschleunigt worden. "Wissenschaft und Daten haben die Entscheidung der FDA gelenkt", sagte er auf einer Pressekonferenz. Aufgrund der Dringlichkeit in der Pandemie habe der normalerweise Monate dauernde Zulassungsprozess auf mehrere Wochen verkürzt werden können - vor allem auch, weil die zuständigen Mitarbeiter Tag und Nacht gearbeitet hätten. "Externer Druck" habe dabei keine Rolle gespielt, so Hahn.

Die USA sind zahlenmäßig das am schwersten von der Corona-Krise betroffene Land weltweit. Zuletzt meldete das Zentrum für Seuchenbekämpfung (CDC) 244.011 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Mehr als 3000 Menschen starben binnen 24 Stunden an oder mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in den USA liegt mittlerweile bei fast 295.000.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Dezember 2020 um 20:00 Uhr.